Vor rund einer Woche schien der Traum endgültig in Trümmern. Pascal Jaussi und sein Raumfahrtunternehmen Swiss Space Systems (S3) ging konkurs (BLICK berichtete). Die Vision, Parabelflüge zum Erleben von Schwerelosigkeit für die Bevölkerung anzubieten, musste beerdigt werden.
Jetzt kommt aber offenbar alles anders: Wie Jaussi gegenüber der welschen Zeitung «Le Matin Dimanche» sagt, hat die Swiss Space Systems wieder eine Zukunft. Ziel sei es, dass die kroatische Filiale die Holding übernehme und die Schulden bezahlt würden. Auch die Aktivitäten «ZéroG» und «Spaceport» in Payerne VD würden fortgesetzt.
In der Schweiz fehlt die Zeit
Auf die Frage nach dem Kapital, über das die Filiale in Kroatien verfüge, sagte Jaussi, dass es sich um private Vermögen sowie eine Unterstützung des Staates handle. In Kroatien wisse man, dass der Konkurs in der Schweiz darauf zurückzuführen sei, dass das Gericht der Gesellschaft keine Zeit gegeben habe für die Kapitalisierung.
Firmengründer Jaussi gibt aber zu, dass es Probleme gibt, an finanzielle Mittel – die Rede ist von notwendigen 30 Millionen Franken – zu kommen. Die Schwierigkeiten, an das Geld zu kommen, habe mit den Gerüchten um das Unternehmen zu tun. Je mehr Gerüchte im Umlauf gewesen seien, desto mehr hätten sich die Investoren verschlossen.
Gerüchte um Geldwäscherei hätten dem Unternehmen enorm geschadet. Die Sponsoren seien nicht zurückgekehrt, und die finanziellen Verluste seien doppelt so hoch wie die Schulden.
S3 seit Monaten in den Schlagzeilen
Vor rund einem Monat eröffnete ein Waadtländer Gericht den Konkurs über das Unternehmen. Dieses hatte zu diesem Zeitpunkt mehr als 7 Millionen Franken Schulden. S3 hatte zunächst gegen den Entscheid rekurriert, den Rekurs dann aber zurückgezogen. Darauf wurde S3 am letzten Montag in den Konkurs geschickt.
Swiss Space Systems ist seit Monaten in den Schlagzeilen, weil dem Unternehmen das Geld ausgegangen ist. Auch ist Gründer Pascal Jaussi im August 2016 unter rätselhaften Umständen angegriffen worden. Er erlitt in einem Auto im Kanton Freiburg Brandwunden und gab an, dass er bedroht und mit brennbarer Flüssigkeit übergossen worden sei. (SDA/cat)