Weil bei uns die Post abgeht
Ösis neidisch auf die Schweiz

Nach dem Debakel um Wahlcouverts, die sich von selber öffnen, hoffen etliche Österreicher auf Hilfe aus der Schweiz. Die Zeitung «Kurier» erklärte ihren Lesern gestern, wie das «viel gelobte Schweizer Modell» der Briefwahl funktioniert.
Publiziert: 15.09.2016 um 17:25 Uhr
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Aktualisiert: 28.09.2018 um 19:10 Uhr
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FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache staunt über Schweizer Wahlcouverts.
Guido Felder

Neben dem Wahlsystem wird auch die Qualität von Schweizer Produzenten gelobt. Nachdem BLICK vor zwei Tagen über die erfolgreiche Schweizer Couvert-Firma Elco aus Brugg AG berichtet hatte, staunte FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache (47) vor allem über das Tempo, mit der das Unternehmen Umschläge produzieren kann.

Strache schreibt auf Facebook wörtlich: «Herzlichen Dank der Schweizer Zeitung Blick, die berichtet, ein Schweizer Unternehmen könnte innerhalb EINES TAGES die Wahlkuverts für die österreichische Bundespräsidenten-Wahl liefern!»

Strache wundert sich über die schlechte Qualität der österreichischen Wahlcouverts und ärgert sich über die Verzögerung der Wahlen. Zu BLICK sagt er: «Die ganze Welt darf über uns lachen, nur damit es einen Wahltermin gibt, den die Regierung offensichtlich für aussichtsreicher hält.»

Strache sagt weiter: «Von der Schweiz hat man noch nie von derart unglaublichen Schlampereien und Fehlleistungen gehört.»

Dennoch lehnt er die Lieferung von Couverts aus Brugg dankend ab. «Grundsätzlich sind wir natürlich für die Beauftragung österreichischer Firmen.»

Wegen des Leim-Debakels sind in Österreich etliche Köpfe tiefrot. Straches Posting auf seiner Facebook-Seite hat innert weniger Stunden über 225 Kommentare generiert.

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Auch diese User schielen leicht neidisch auf Schweizer Qualität und halten mit Spott an die ­eigene Adresse nicht zurück: «Die Schweizer lassen unsere Polit­amateure alt aussehen», heisst es da. Oder wehmütig: «Ja, ja, die Schweizer. Arbeite auch in einem Schweizer Unternehmen, die sind einfach genial.» Ein anderer rät uns: «Besser keine schicken, unsere sind so blöd, dass sie jedes Kuvert aufreissen und nachsehen, ob nix drinnen ist.»

Die für den 2. Oktober vorgesehene Stichwahl zwischen Norbert Hofer von der FPÖ und dem ehemals Grünen und heute parteilosen Alexander Van der Bellen (72) zum neuen Bundespräsidenten findet nun am 4. Dezember statt.

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