Drama in der Bossi-Grotte TI
Der Tauchgang war tödlich

Der Italiener Giancarlo B.* (39) war ein Profi-Höhlenforscher. Trotzdem starb der Installateur am Wochenende in der Tessiner Bossi-Grotte.
Publiziert: 11.01.2016 um 21:13 Uhr
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Aktualisiert: 05.10.2018 um 05:40 Uhr
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Fünf Stunden suchten Höhlenspezialisten aus der Schweiz und Italien nach dem Opfer.
Myrte Müller

Erstickend enge Felsspalten. Eisige Kälte. Totale Finsternis. Alles tief im Berg. Der Tauchgang in die Karstquelle Bossi in Arogno TI ist nur etwas für hartgesottene Höhlenforscher. Giancarlo B.* (39) war ein Profi. Dennoch wird die Tessiner Höhle dem Installateur aus Acqui Terme bei Alessandria (I) zum Verhängnis.

Der Albtraum beginnt am Samstagmittag. Drei Speläologen – zwei Italiener und ein Tessiner – dringen in das 100 Meter tiefe und 600 Meter lange Tunnelgeflecht im Bauch des Monte Generoso ein. Plötzlich ist Giancarlo B. weg. Er hat sich verirrt. Die Taucher finden ihren Freund nicht mehr. Zurück im Freien alarmieren sie die Polizei. Der Notruf geht um 15 Uhr ein. Über 40 Rettungskräfte, darunter Deutschschweizer und italienische Spezialisten, rücken an. Die Bergung beginnt. Kostbare Stunden vergehen. Erst gegen 20.45 Uhr wird Giancarlo B. von den Tauchern entdeckt, in etwa 70 Meter Tiefe. Zu spät. Der Höhlenforscher ist tot. Die genaue Ursache wird nun abgeklärt.

Für Höhlenexperte und Blogger Andrea Scatolini gibt es nur zwei Möglichkeiten: «Entweder erlitt Giancarlo einen Schwächeanfall oder seine Ausrüstung war defekt.» Was genau in der tückischen Höhle passierte, wird die Ermittlung klären.

Giancarlo ist nicht der erste Höhlenforscher, den die Bossi-Grotte verschluckt hat. Vor genau zehn Jahren starb ein anderer Italiener an fast der gleichen Stelle. Auch Mauro C.* († 40) wurde aus 70 Meter Tiefe tot geborgen. Herzversagen, stellte später die Staatsanwaltschaft fest.

*Namen der Redaktion bekannt

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