Strolchenfahrt der Suff-Teenies
Sara war schon öfter auffällig

Im Suff haben Sara und Melia (beide 14) letzten Samstag ein Auto gegen einen Baum gefahren. Das Auto soll einem 75-jährigen Nachbarn gehören, der die Schlüssel gegen einen Strip ausgehändigt haben soll.
Publiziert: 09.04.2015 um 00:00 Uhr
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Aktualisiert: 05.10.2018 um 21:28 Uhr
Von Ralph Donghi

Der silberne Ford Focus ist nur noch Schrott. Am Steuer sass Sara* aus Buchs AG. Sie ist Somalierin und gerade mal 14 Jahre alt. Mit ihrer gleichaltrigen Kollegin Melia*, einer Mazedonierin, fuhr sie letzten Samstag nach Rümlang ZH in den Ausgang. Dann kutschierten die beiden Teenager via Aargau nach Solothurn.

Dort fielen sie einer Polizeipatrouille auf. Die Mädchen gaben Gas und landeten um 5.30 Uhr in einem Baum. Beide blieben unverletzt. Das Ganze sah nach einer dummen, rund 150 Kilometer langen Strolchenfahrt unter Alkoholeinfluss aus.

Dann berichtete das Regionalfernsehen Tele M1, dass das Auto H. G.* (75) gehöre. Er soll den Mädchen den Wagen freiwillig überlassen haben. Laut Luljeta* (34), der Mutter von Beifahrerin Melia, möglicherweise als Gegenleistung, weil sich die Girls für ihn bis auf die Unterwäsche ausgezogen hätten.

BLICK weiss: Es steckt mehr dahinter. Melia war bei der Strolchenfahrt «auf der Kurve», also ausgerissen. Zurück im Heim, durfte sie telefonieren. Seither macht ein böses Gerücht die Runde.

Melia soll erzählt haben, sie habe den Rentner bei der Autoübergabe zum ersten Mal gesehen. Sara aber könnte etwas mit dem 75-Jährigen gehabt haben. Denn beide wohnen seit Jahren im selben Block. Sara mit ihrer Familie zuoberst, H. G. in der zweiten Etage. «Vor zwei Jahren hat er seine Frau verloren», sagt ein Nachbar. «Deshalb kam es ihm vielleicht gerade recht, dass sich Sara oft mit ihm abgab.» Laut einer Kollegin nannte Sara ihn liebevoll Opi.

Sara wird als sehr nett beschrieben, war aber schon öfter auffällig. «Sie erbettelte Geld und hat gestohlen, auch mal mein Velo», sagt ein anderer Nachbar. Die Polizei sei auch schon nachts aufgetaucht, weil Sara in Basel jungen Leuten etwas geklaut haben soll.

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Sara besitzt teure Kleider, soll im Ausgang mit Geld um sich geworfen und teils in Hotels übernachtet haben. Bekam sie das Geld vom Rentner? Der ehemalige Ingenieur ist nicht zu erreichen, und seine Tochter will nicht mit BLICK reden. Sara bleibt in U-Haft und soll, wie Melia, in ein Heim kommen. Beide haben jetzt ein nicht öffentliches Jugendstrafverfahren am Hals. Dem Rentner drohen bis zu drei Jahre Knast, weil er den Minderjährigen sein Auto gab. Ein Verfahren wegen Verdachts auf sexuelle Handlungen mit Kindern hat die Aargauer Staatsanwaltschaft bisher jedoch nicht gegen ihn eröffnet.

*Namen der Redaktion bekannt

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