Opfer von Todesampel war leidenschaftlicher Biker
Die Strasse war sein Leben – und sein Tod

Andi M. (49) aus Zofingen AG raste am 17. Mai 2017 mit seinem LKW ins Ende eines Staus. Die Todesstrecke auf der A2 bei Quinto TI war er schon über hundert Mal gefahren.
Publiziert: 19.05.2017 um 13:48 Uhr
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Aktualisiert: 12.09.2018 um 01:10 Uhr
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Myrte Müller

Die Strasse war sein Leben. Beruflich sass Andi M.* (49) im LKW des Aargauer Transportunternehmens Räbmatter. Privat schwang er sich auf seinen neuen Töff. Jetzt wurde die Strasse zu seinem Grab. Dort, wo Andi M. aus Zofingen AG am liebsten war: im Tessin.

Andi M. starb bei einem Unfall im Tessin.

Am Mittwochmittag ist Andi M. mit seinem Laster auf der A2 unterwegs. Er will zurück nach Uerkheim AG, wo sein Arbeitgeber wartet. Vor der Gotthard-Dosierstelle bei Quinto TI staut sich der Verkehr. Saugefährlich. Seit Mai 2016 verunglückten bereits sechs Menschen an dieser Stelle. Darunter eine vierköpfige deutsche Familie (BLICK berichtete). Andi M. wird das siebte Todesopfer sein.

Der Aargauer stirbt auf der Stelle

Andi M. scheint nicht bei der Sache. Vielleicht Sekundenschlaf? Der leidenschaftliche Brummifahrer und Biker rast ungebremst ins Stauende. Dort steht ein 40-Tonnen-LKW mit Luxemburger Kennzeichen. Die Wucht des Aufpralls ist gewaltig. 

Leidenschaftlicher Biker: Andi M.

Der orangefarbene Lastwagen aus dem Aargau wird bis zur Unkenntlichkeit zerstört. Rettungskräfte schneiden die eingedrückte Fahrerkabine auf. Der Aargauer aber ist schon tot. Der Fahrer des Luxemburger Biertransporters kommt mit dem Schrecken davon.

Andi M. feierte erst am Freitag seinen Geburtstag

Seine Freunde suchen nach Worten. «Andi kannte die Strecke. Er ist sie schon hundert Mal gefahren. Andi liebte das Tessin», sagt Biker-Freund Thomas Wilhelm (60), auch Harley-Tom genannt, «so oft er konnte, übernahm er die Touren in die Sonnenstube.»

Erst am Freitag hatte Harley-Tom den Geburtstag von Andi M. gefeiert. «Wir haben gegrillt. Er war so glücklich», sagt Thomas Wilhelm traurig, «Andi liebte seinen Chopper, war immer damit auf Achse.»

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Auch Kollege Daniel Schenk (48) aus Strengelbach AG trauert: «Ich kenne Andi seit 20 Jahren. Er war eine echte Stimmungskanone, immer gut drauf. Er wird uns fehlen.»

* Name der Redaktion bekannt

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