Kurz nach dem 90. Geburtstag: Fiat-Lux-Sektenführerin Uriella ist tot(00:31)

Fiat-Lux-Anhänger trauern – Beerdigung am Freitag
«Uriella ist nicht friedlich entschlafen»

Uriella, die Anführerin der Sekte «Fiat Lux», ist tot. Sie starb am Sonntag im Alter von 90 Jahren. Die Sekte und ihr Gatte Icordo trauern.
Publiziert: 25.02.2019 um 09:31 Uhr
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Aktualisiert: 17.07.2019 um 19:54 Uhr
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So trauert Icordo um seine Gattin.

Erst gerade feierte Uriella noch ihren 90. Geburtstag. Die Sektenführerin, die bürgerlich Erika Hedwig Bertschinger-Eicke hiess, meldete sich noch bei BLICK: Eine Glaubensschwester des Fiat-Lux-Ordens übergab eine handgeschriebene Karte von Uriella. «In herzlicher Dankbarkeit für die Geburtstagsüberraschung», hiess es auf der Rückseite eines Fotos. BLICK hatte ihren Anhängern anlässlich ihres Geburtstags weisse Schokolade und weisse Blumen übergeben.

Wenige Tage später ist die Sektenführerin tot. Dies bestätigt Helmut Kaiser, der Bürgermeister von Ibach (D), gegenüber BLICK: «Ich habe am Sonntag von Fiat Lux einen Anruf erhalten, dass Uriella verstorben sei.»

Uriella tot! Im Dorf hatte man die greise Frau schon seit Jahren nicht mehr gesehen – gemunkelt wurde gar, dass sie bereits seit längerer Zeit tot war, verschwiegen von der Sekte. Diese Gerüchte kann Bürgermeister Kaiser definitiv entkräften. Er sagt zu BLICK: «Gestern wurde ein Notfallarzt zu ihr gerufen, der keinerlei Unregelmässigkeiten festgestellt hat.» 

«Sie litt seit Jahren unter Schmerzen» 

Vor Ort in Ibach (D) sagt ein Anhänger von Fiat Lux gegenüber BLICK: «Man kann nicht sagen, dass sie friedlich entschlafen ist. Sie litt seit Jahren unter Schmerzen – und das bis zu ihrem Tod.» Aber trotz allem sei der Wille da, dass die Gruppe weiter bestehe.

Ihr Ehemann Icordo selbst meldet sich am Mittag bei BLICK, schickt die Traueranzeige: «Mit der letzten Träne CHRISTI nehmen auch wir weinend Abschied von unserer innigstgeliebten Uriella. Ihre Heimholung nach 48 Jahren andauerndem Leid schmerzt uns zutiefst.» Uriella habe in der Menschheit Pionierspuren und ein Vermächtnis hinterlassen, «die alles überdauern werden». «Heimgeholt» worden sei sie am Sonntag um 16.10 Uhr. Beerdigt wird sie auf dem Gemeindefriedhof in Ibach, wo auch schon andere Sektenmitglieder ihre letzte Ruhe fanden.

Langjährige Krebserkrankung

Um die Gesundheit des selbsternannten Sprachrohr Gottes stand es schon länger nicht mehr gut. Die letzten neun Jahre ihres Lebens war Uriella von der Hüfte abwärts gelähmt und musste von vier Anhängerinnen gepflegt werden. Hinzu kam eine langjährige Krebs-Erkrankung.

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Auch Bürgermeister Helmut Kaiser hatte schon eine ganze Weile keinen persönlichen Kontakt mehr zu ihr. «Ich habe sie zum letzten Mal vor fünf Jahren gesprochen, als sie 85-jährig wurde», sagte er letzte Woche zu BLICK. (bra/rey)

Das glauben die Fiat-Lux-Anhänger

Fiat Lux («Es werde Licht») ist die Sekte um Uriella, dem selbst ernannten Sprachrohr Gottes. 1972 soll sie nach eigenen Angaben das erste Mal mit Jesus Christus in Kontakt getreten sein. 1980 habe dieser dann persönlich den Orden Fiat Lux über Uriella in Egg ZH gegründet. Sie kündete mehrfach den Untergang der Welt an – bisher haben sich ihre Prophezeiungen nicht bewahrheitet. Die Sektenanhänger würden aber rechtzeitig von Ufos abgeholt.

Zu ihrer Blütezeit hatte die Sekte bis zu 1000 Anhänger. Die Fachstelle für Sektenfragen Infosekta geht von maximal noch zwei Dutzend Mitgliedern aus, Tendenz sinkend. In den 90er-Jahren geriet Uriella in Kritik, weil sie behauptete, sie könne Aids und Krebs heilen. Ein deutsches Verwaltungsgericht ging bei ihr sogar von einer «Gefahr für die Volksgesundheit» aus.

Fiat Lux («Es werde Licht») ist die Sekte um Uriella, dem selbst ernannten Sprachrohr Gottes. 1972 soll sie nach eigenen Angaben das erste Mal mit Jesus Christus in Kontakt getreten sein. 1980 habe dieser dann persönlich den Orden Fiat Lux über Uriella in Egg ZH gegründet. Sie kündete mehrfach den Untergang der Welt an – bisher haben sich ihre Prophezeiungen nicht bewahrheitet. Die Sektenanhänger würden aber rechtzeitig von Ufos abgeholt.

Zu ihrer Blütezeit hatte die Sekte bis zu 1000 Anhänger. Die Fachstelle für Sektenfragen Infosekta geht von maximal noch zwei Dutzend Mitgliedern aus, Tendenz sinkend. In den 90er-Jahren geriet Uriella in Kritik, weil sie behauptete, sie könne Aids und Krebs heilen. Ein deutsches Verwaltungsgericht ging bei ihr sogar von einer «Gefahr für die Volksgesundheit» aus.

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