Alle Noten werden nach oben aufgerundet
Dank Trick fliegen weniger durch die Berufsmatura

Die Schulen sind verärgert: Für die Berufsmatura werden nun alle Noten auf halbe Noten aufgerundet. Die Leistungen der Schüler lassen daher nach.
Publiziert: 01.07.2018 um 11:38 Uhr
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Aktualisiert: 17.10.2018 um 14:14 Uhr
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Jedes Jahren absolvieren rund 15’000 junge Frauen und Männer die Berufsmatura. Für sie ist es nun leichter geworden, das Diplom zu erhalten, weil sämtliche Noten auf halbe Noten aufgerundet werden.

Das sorgt in den Berufsschulen für Unmut, wie die «NZZ am Sonntag» schreibt. Von einem «unsäglichen System» spricht etwa Christian Wölfle, Prorektor der KV Business School Zürich. Damit werde der Notenschnitt nach oben verfälscht. «Die Erfüllungsquote wird positiv beeinflusst», sagt Wölfle.

Er schätzt, dass von jenen etwa zehn Prozent, die nach altem System mit Zehntelsnoten durchgefallen sind, heute wohl ein Drittel bis die Hälfte bestehen würden.

Schüler lassen nach

Die kaufmännischen Berufsschulen fordern deshalb eine Rückkehr zum alten System. Ein Lehrer sagt in der Zeitung, dass viele Absolventen der einjährigen Berufsmatura bereits nach dem ersten Semesterzeugnis nachliessen.

Niklaus Schatzmann, Leiter des Mittelschul- und Berufsbildungsamts des Kantons Zürich, kennt das Problem: Die Absolventen könnten nach dem ersten Semester ihre Erfolgschancen gut abschätzen, sagt er. «Aus ihrer Sicht ist der gezielte Einsatz ihrer Ressourcen nachvollziehbar», sagt er in der «NZZ am Sonntag».

Für die eidgenössische Berufsmaturitätskommission steht eine Rückkehr zum alten System nicht zur Diskussion, wie deren Präsident Christof Spöring sagt. «Dass mit der heutigen Rundung je nach Situation eine bessere Note erzielt werden kann, wurde bewusst in Kauf genommen.» (gf)

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