Letzte Ehre für alt Nationalrat Daniel Vischer (†67)
«Er kämpfte immer auf der richtigen Seite»

In Zürich nahmen Familie, Freunde und politische Weggefährten heute Abschied von alt Nationalrat Daniel Vischer.
Publiziert: 09.02.2017 um 19:19 Uhr
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Aktualisiert: 12.09.2018 um 11:40 Uhr
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In der Zürcher Fraumünsterkirche fand die Abdankung statt.

Mehrere Hundert Menschen nahmen heute Nachmittag im Zürcher Fraumünster Abschied von Daniel Vischer. Der ehemalige Zürcher Kantonsrat und spätere Grünen-Nationalrat war am 17. Januar, einen Tag nach seinem 67. Geburtstag, im Zürcher Unispital an Lungenkrebs gestorben. 

Mit seiner engagierten, einnehmenden Art war Vischer nicht nur innerhalb seiner Partei geschätzt. Und so gedachten heute nebst Familie und Freunden auch Parlamentarier von links bis rechts des leidenschaftlichen Politikers und studierten Anwalts.

«Er wird mir sehr fehlen»

«Er war über alle Parteien hinweg ein schwergewichtiger Politiker, aber auch ein liebenswürdiger Mensch», sagt die Zürcher CVP-Nationalrätin Barbara Schmid-Federer. «Sein Tod macht mich sehr traurig. Dani Vischer war mir ein sehr guter Freund und hat mir das politische Handwerk gezeigt. Er wird mir sehr, sehr fehlen.»

Auch für SP-Nationalrätin Jacqueline Badran war Vischer «ein wertvoller politischer Weggefährte». «Er war ein Vertreter einer politischen Generation, der wir als Gesellschaft unglaublich viel zu verdanken haben. Sie ist es, die sich für uns viel mehr Freiheit auf dieser Welt und mehr Gerechtigkeit erkämpft hat. Dafür müssen wir ihr unglaublich dankbar sein.»

Vischer kämpfte bis zum Schluss

Ein Kämpfer war Vischer aus der Sicht seiner Familie zudem, was den Umgang mit seiner Krankheit anbelangte. Er habe nie aufgegeben und bis zum Schluss gekämpft, sagte Pfarrer Niklaus Peter bei der Lesung von Vischers langem Lebenslauf. Trotz seines 13-jährigen Kampfes gegen den Krebs habe er «fast etwas Unsterbliches» an sich gehabt, so die Worte der Familie. 

Ob bei gemeinsamen Wanderungen, am wöchentlichen Stammtisch, zu Hause mit der Familie oder im Bundeshaus: Freunde und Weggefährten Vischers betonten an der Abschiedsfeier das stete Bedürfnis des Politikers nach Diskussion und Debatte. «War er am Mikrofon, wurde es oft leise im sonst so lauten Nationalratssaal», erinnert sich Grünen-Nationalrat Louis Schelbert.

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Regula Rytz, Co-Präsidentin der Grünen, bezeichnet Vischer als Freidenker und «totalen Nonkonformisten». «Dani war ein Mensch, der ein unglaubliches Gerechtigkeitsgefühl hatte und immer auf der richtigen Seite kämpfte.» Er habe die Partei weitergebracht – und soll dies auch nach seinem Tod tun. «Ich wünsche mir, dass die wahnsinnige Neugier, die er immer hatte, zu unserer Kultur wird», sagt Rytz. «Dass wir einander herausfordern. Und wagen, manchmal völlig quer zu denken.»

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