Keine Drehbewilligung für Polit-Thriller
Westschweizer Fernsehen macht Berner Rathaus zum Bundeshaus

Das Westschweizer Fernsehen dreht derzeit in Bern Polit-Thriller. Hauptfigur der Serie ist eine Putzfrau im Bundeshaus. Genau dort dürfen die Macher aber nicht filmen.
Publiziert: 14.07.2018 um 20:48 Uhr
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Aktualisiert: 14.09.2018 um 16:46 Uhr
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Schwarze Wolken über dem Bundeshaus: Im Schweizer Polit-Thriller «Helvetica» geht es um dunkle Machenschaften.

Es geht um Verbrechen, Skandale und dunkle Geheimnisse – und um eine Putzfrau im Bundeshaus, die zur Geheimagentin wird: Seit letzter Woche finden in Bern die Dreharbeiten für den Schweizer Polit-Thriller «Helvetica» statt. Die Serie kommt nächstes Jahr ins Westschweizer Fernsehen RTS. Später soll sie auch im Deutschschweizer TV laufen. 

Die Produzenten der Serie wollen mit dem Thriller einen Einblick in die Untiefen der Schweizer Politik liefern. Ins Herz genau dieser dürfen sie aber nicht vordringen. Man habe leider keine Dreherlaubnis fürs Bundeshaus bekommen, sagt RTS-Sprecherin Fanny Eternod. Und das, obwohl die Dreharbeiten während der Sommerpause im Parlament stattfinden. 

So musste eine Alternative fürs Bundeshaus her. Gewisse Szenen, die im Parlamentsgebäude spielen, wurden beispielsweise im Berner Rathaus gedreht. Auch die Uni, ein Hotel und verschiedene Wohnungen in Bern dienen als Bundeshaus-Kulisse, erzählt Eternod.

Nur Dok-Filme erlaubt

Dabei wäre es nicht das erste Mal gewesen, dass im Bundeshaus gedreht wird. Am bekanntesten ist wohl der Film «Mais im Bundeshuus», der 2003 über die Kinoleinwände geflimmert ist. Erst vor wenigen Monaten strahlte das SRF zudem das Drama «Generalstreik 1918 – die Schweiz am Rande eines Bürgerkrieges» aus. Auch dieser Streifen war im Bundeshaus gedreht worden. 

Doch bei diesen Filmen handelt es sich im Gegensatz zu «Helvetica» um Dokumentationen. In solchen Fällen erlaubt der Bund Aufnahmen. Was Filmprojekte anbelange, die keinen Bezug zur Rolle, der Arbeit und den Aufgaben des Parlaments hätten, sei man hingegen «äusserst restriktiv», sagt Karin Burkhalter von den Parlamentsdiensten. 

Das müsse man auch sein. Denn: «In der Sommerpause finden zwar keine Kommissionssitzungen statt, aber im Bundeshaus wird trotzdem gearbeitet und es werden Besuchergruppen empfangen», erklärt Burkhalter. «Der Aufwand durch Dreharbeiten würde für uns einen grossen, zusätzlichen Aufwand bedeuten.» Ein Aufwand, den am Schluss die Steuerzahler berappen müssten. (lha)

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