Demo für Grundeinkommen
Jetzt gehen die Roboter auf die Strasse

Heute demonstrieren die Befürworter für ein bedingungsloses Grundeinkommen in Zürich. Doch statt Menschen gehen Roboter auf die Strasse.
Publiziert: 30.04.2016 um 16:42 Uhr
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Aktualisiert: 11.09.2018 um 15:15 Uhr
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Rund 100 Personen haben heute als Roboter verkleidet in Zürich demonstriert.
Michael Bolzli

In der Zukunft machen Roboter unsere Arbeit. Davon sind zumindest die Initianten für das bedingungslose Grundeinkommen überzeugt. Sie veranstalten darum heute in Zürich eine Roboter-Demo. Rund 100 Personen tanzten am Nachmittag als Roboter verkleidet auf der Bahnhofstrasse – begleitet von rund 300 Demonstranten.

«Wir nehmen euch die Arbeit ab, nicht das Einkommen», so die Botschaft der tanzenden Roboter. Das bedingungslose Grundeinkommen als Antwort auf die Digitalisierung. 

Mit ihrer Prognose sind die Initianten nicht allein. So schätzt etwa die Universität Oxford, dass in den USA wegen der Digitalisierung in 20 Jahren die Hälfte der Jobs verschwinden wird.

«Wer in Zeiten der Digitalisierung noch am Ideal der Industrialisierung festhält, nämlich der Vollbeschäftigung, ist von gestern. Nicht das Grundeinkommen, sondern die Vollbeschäftigung ist eine Utopie», schreiben die Grundeinkommen-Befürworter in einem Communiqué.

Unterschiedliche Ansichten

Das sehen nicht alle so. Etwa ABB-Chef Ulrich Spiesshofer. Seine Firma stellt seit Jahrzehnten Roboter her. «ABB hat im Jahr 1974 Schweissroboter in der Automobilindustrie eingeführt. In der Folge sind die Jobs für Schweisser verschwunden, dafür sind neue Jobs entstanden. Zum Beispiel Applikationsentwickler und Serviceleute», sagte ABB-Chef kürzlich im Interview mit dem SonntagsBlick. 

Er stellt sich darum gegen das Bedingungslose Grundeinkommen. «Dass es ein soziales Netz braucht, um Menschen aufzufangen, die aus dem Erwerbsprozess herausfallen, ist klar. Aber wir müssen die Leistungskultur, die die Schweiz erfolgreich gemacht hat, hoch halten und den Umbau zur Service-Gesellschaft vorantreiben».

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Und auch der Bund ist nicht so pessimistisch: Boris Zürcher, Chef der Direktion für Arbeit beim Seco in Bern, sagt: «Die Digitalisierung wird eher Jobs schaffen als vernichten.»

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