Dachorganisation fordert
Schweiz soll sexuelle Rechte besser schützen

Die Dachorganisation Sexuelle Gesundheit Schweiz fordert die Entwicklung einer nationalen Strategie und deren Umsetzung auf nationaler wie kantonaler Ebene. Für die Stiftung gehören dazu Gratis-Verhütungsmittel und ganzheitliche Sexualaufklärung für alle.
Publiziert: 14.07.2022 um 13:36 Uhr
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Aktualisiert: 14.07.2022 um 14:52 Uhr
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Auch besseren Schutz vor häuslicher Gewalt fordert die Dachorganisation Sexuelle Gesundheit Schweiz (SGCH) von Bund und Kantonen. (Symbolbild, gestellte Szene)

Sexuelle Gesundheit Schweiz (SGCH) fordert in ihrem Alternativbericht an den Uno-Menschenrechtsrat in Genf ausserdem eine verbesserte Gesundheits-Statistik für alle Geschlechter, wie die Organisation am Donnerstag auf ihrer Website schreibt. Die SGCH arbeitet mit dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) zusammen.

Bessere Verfügbarkeit von Verhütungsmitteln

Die geforderte Strategie hat laut der SGCH zum Ziel, die sexuelle Gesundheit ganzheitlich zu fördern und Diskriminierungen beim Zugang zur Gesundheitsversorgung zu beseitigen. Insbesondere solle auch «endlich sichergestellt werden», dass Verhütungsmittel für alle ohne Hürden, auch finanzielle, verfügbar seien.

Bessere Sexualaufklärung

Zudem solle die Schweiz dafür sorgen, dass Ungleichheiten in der Sexualaufklärung beseitigt werden. Alle Kinder und Jugendlichen sollen in allen Sprachregionen während ihrer Schulzeit ganzheitliche Sexualaufklärung erhalten, die auf nationalen Standards beruht.

Unterstützung für Opfer von Gewalt

Was sexualisierte Gewalt betrifft, fordert die SGCH, dass die Schweiz die Istanbul-Konvention konsequent umsetzt. Insbesondere fordert die SGCH, dass alle Opfer von Gewalt Opferhilfe in Anspruch nehmen können, auch wenn die Tat im Ausland verübt wurde.

In der Schweiz ist die Istanbul-Konvention, das Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt, am 1. April 2018 in Kraft getreten.

Schutz vor Diskriminierungen

Schliesslich verlangt die SGCH von der Schweiz, die rechtlichen Lücken beim Schutz vor Diskriminierungen von LGBTI+ Personen zu schliessen. LGBTI ist eine Abkürzung für die englischen Wörter Lesbian, Gay, Bisexual, Transsexual/Transgender und Intersexual (deutsch: Lesbisch, Schwul, Bisexuell, Transsexuell/Transgender und Intersexuell). Das Plus-Zeichen ist Platzhalter für weitere Geschlechtsidentitäten.

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Der Uno-Menschenrechtsrat überprüft in allen Uno-Mitgliedsstaaten regelmässig - etwa alle vier Jahre - die tatsächliche Menschenrechtslage. Nichtregierungsorganisationen (NGO) können bis Mitte Juli ihre Berichte abgeben. Im Januar 2023 ist die vierte Überprüfung der Schweiz vorgesehen.

Die SGCH hat ihren Bericht nach eigenen Angaben mit Unterstützung der in verschiedenen Ländern vertretenen Sexual Rights Initiative erarbeitet, einem Zusammenschluss nationaler und regionaler Organisationen, die sich gemeinsam für die Förderung der Menschenrechte im Zusammenhang mit Sexualität bei den Vereinten Nationen einsetzen.

(SDA)

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