Endlich gehts wieder los! Nächste Woche hat Ihr Dieselmotor die Kälte hinter sich gelassen, und auch die Autobatterie ist wieder warmgelaufen. Nehmen Sie Kurs auf Genf, besuchen Sie den 88. Autosalon.
Die Schweiz kann stolz sein auf den Autosalon mit seinen 750'000 Schaulustigen und den vielen Fahrzeugen, die hier Weltpremiere feiern. Und für Genf ist der Anlass eine wahre Erfolgsgeschichte. Mit dem Salon ist die Saison der Autobranche so richtig lanciert. Dasselbe gilt für die Uhrenbranche, deren Weltneuheiten jeweils im Januar an der Genfer Uhrenmesse vorgestellt werden.
Achtung vor der Nostalgie
Als Wirtschaftsdirektor dieses Kantons kann ich mich nur glücklich schätzen über diese alljährlichen Festivitäten, wo die Fans von schnittigen Karossen auf ihre Kosten kommen. Viele von ihnen schwärmen für Autorennen, natürlich vor allem für die Formel 1, aber auch für die wunderbaren Geschichten rund um die Entwicklung des Automobils in all den Jahren.
Doch das Auto bleibt in erster Linie ein Symbol des 20. Jahrhunderts. Und so droht der Autosalon bald nur noch Nostalgiker anzuziehen.
Auf zur Drohnen-WM!
Der Autosalon muss sich deshalb unweigerlich die richtigen Fragen stellen. Wir hatten einen Diesel-Skandal, das Bedürfnis nach Mobilität steigt, der Raum wird knapper, die Erdölvorräte sinken. Autos sollen künftig autonomer, intelligenter und schneller unterwegs sein.
Irgendwann, so heisst es, schlägt die Stunde des Lufttaxis, das womöglich ohne Pilot und ohne fossile Brennstoffe auskommen wird. Dass Zürich etwa auf die Formel E setzt und im Juni ein Rennen abhält, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Wir könnten noch mehr tun: Etwa eine Meisterschaft im Drohnenflug abhalten. Hauptsache, wir tragen zu dieser wichtigen Entwicklung bei.
Diesen März jedenfalls führen alle Wege nach Genf – vorausgesetzt, sie weisen ins 21. Jahrhundert.
Pierre Maudet (39) ist Sicherheits- und Wirtschaftsminister des Kantons Genf. Der FDP-Politiker ist verheiratet und Vater von drei Kindern. Er schreibt jeden zweiten Mittwoch im BLICK.