Spendensammler sind auf SRG angewiesen
No Billag bringt Glückskette in Not

Die nationalen Sammeltage der Glückskette sind seit Jahrzehnten Tradition. Sagt das Schweizer Stimmvolk im März Ja zur No Billag, würde dieser helfende Arm der SRG selber in Not geraten.
Publiziert: 27.11.2017 um 23:40 Uhr
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Aktualisiert: 02.02.2024 um 06:14 Uhr
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Ohne sie ginge es nicht: SRF-Moderatoren Susanne Wille und Sandro Brotz beim nationalen Sammeltag der Glückskette.
Andrea Willimann

Wenn irgendwo auf dieser Welt eine Katastrophe passiert, das betroffene Land und die Partnerhilfswerke nach Hilfe rufen und die Schweizer emotional berührt sind, tritt die Glückskette in Aktion. Gemeinsam mit der SRG organisiert die unabhängige Stiftung dann einen nationalen Sammeltag und ruft zu Spenden auf.

Stürzt der Baum, fällt der Ast

«Ohne SRG gäbe es die Glückskette in der heutigen Form nicht mehr», ist Direktor Tony Burgener überzeugt. «Wir sind der humanitäre Ast der SRG, und wenn ein Ja zur Volksinitiative den Baum SRG stürzt, dann kommen auch wir zu Fall.»

Die Glückskette profitiert bei ihren Sammlungen von Gratis-Telefonleitungen der Swisscom, von Aufrufen durch die Vereinigung «Privatradios pro Glückskette», hauptsächlich aber von der SRG. Sie erbringt mit 24-Stunden-Sendungen auf all ihren Kanälen in allen vier Landesregionen den absolut zentralen Service. «Nur so kommen Sammelergebnisse wie die 66 Millionen Franken für Haiti oder kürzlich die 5,7 Millionen Franken für Bondo zusammen», sagt Tony Burgener.

SRG liesse sich nicht gleichwertig ersetzen

Eine so breite Sammelplattform, wie es die Glückskette dank der SRG sei, liesse sich nicht mehr aufbauen. Auch nicht langfristig: «24 Stunden in allen Landesteilen, in allen Landessprachen – diese Schlagkraft ist einmalig.»

Hinzu komme, dass die Glückskette Teil der humanitären Tradition der Schweiz sei. «Keine andere Sammelplattform geniesst das gleiche Vertrauen der Schweizer Bevölkerung», so der Glückskette-Direktor. Wenn die Spendenergebnisse zurückgingen, würden auch die Schweizer Hilfswerke massiv leiden.

Am Anfang stand die Radiosendung «Chaîne du Bonheur»

Der Einsatz der SRG hat einen geschichtlichen Hintergrund: Die Glückskette ist von zwei welschen Radiomachern erfunden worden. Sie riefen im September 1946 erstmals am Mikrofon zu einer Spendenaktion für Hilfsbedürftige auf. Daraus entstand die Radiosendung «Chaîne du Bonheur», zu Deutsch «Glückskette».

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Bis 1983 war die Glückskette als eigene Abteilung in der SRG eingebettet. Danach ging sie in eine Stiftung mit einem Stiftungsrat über, in dem SRG-Mitarbeiter bis heute die Hälfte der Mitglieder stellen. Stiftungsratspräsidentin ist Ladina Heimgartner. Die bisherige Direktorin von Radiotelevisiun Svizra Rumantscha und neue stellvertretende SRG-Generaldirektorin gibt dieses Amt jedoch ab.

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