Abba-Stars über ihr musikalisches Erbe
Welches ist Ihr schlechtester Song?

Sie gehören zu den wichtigsten Popmusikern aller Zeiten. Und haben sich nach 35 Jahren vor kurzem wiedervereinigt: Björn Ulvaeus und Benny Andersson von Abba über Teil 2 von «Mamma Mia!». Und ihr gewaltiges musikalisches Erbe.
Publiziert: 21.07.2018 um 21:36 Uhr
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Aktualisiert: 14.09.2018 um 17:27 Uhr
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Benny Andersson: «Es ist schmeichelhaft, wenn selbst U2 finden, dass wir gut sind.»
Interview: Dierk Sindermann

Zehn Jahre ist es her, seit «Mamma Mia!» zum Kinohit wurde. Verständlich, dass die Fans dem Donnerstag, 19. Juli entgegenfiebern. Dann kommt der zweite Teil des Abba-Musicals mit dem Untertitel «Here We Go Again» in die Kinos. Ein kleiner Wermutstropfen: Einige Hits durften im Film nicht verwendet werden. Grund dafür ist die Selbstkritik der Band-Bosse Benny Andersson (71) und Björn Ulvaeus (73): «Wir fanden ein paar Songs nicht mehr gut genug!»

BLICK: Welche Titel denn?
Björn Ulvaeus: Ach, das verraten wir lieber nicht. Sie stammen vom Anfang unserer Karriere. Damals hatten wir nicht genug Zeit im Studio, um sie so gut zu machen, wie sie hätten sein sollen.

Was ist der schlechteste Abba-Song?
Benny Andersson: Es gibt ein paar schlechte, auch ein paar sehr gute. Ich würde sagen, der allerschlechteste ist «Watch Out».
Björn Ulvaeus: Stimmt. Darum ist er auch nicht im Film.

Welcher Titel ist Ihr bester?
Benny Andersson:
«The Day Before You Came».
Björn Ulvaeus: Wir sind damals durch verschiedene Phasen gegangen, haben uns an den Beatles ein Beispiel genommen und wollten mit jedem Album Neuland betreten.

Auch Abba hat viele Musiker beeinflusst.
Benny Andersson:
Es ist schmeichelhaft, wenn selbst U2 finden, dass wir gut sind.
Björn Ulvaeus: Led Zeppelin waren die ersten, die das gesagt haben. Und die waren cool, während Abba eindeutig uncool war.
Benny Andersson: Heute sind wir zu alt, um uncool zu sein.

Hat es Ihnen Spass gemacht, im Film eine Mini-Rolle zu spielen?
Benny Andersson:
Ja. Aber ich mochte den Hut nicht, den ich tragen muss.

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Hat man die Abba-Frauen auch gefragt, ob sie im Film auftreten wollten?
Benny Andersson:
Das bezweifle ich.

Warum leben Anni-Frid und Agnetha heute so zurückgezogen?
Benny Andersson:
Mir wäre es auch lieber, wenn Sie heute hier sitzen würden (schmunzelt).
Björn Ulvaeus: Genau. Sie waren schliesslich die Gesichter von Abba.

35 Jahre nach der Trennung standen Sie kürzlich wieder zusammen im Studio.
Björn Ulvaeus:
Ja. Benny und ich arbeiten an diesem «Avatar»-Projekt. Da singen virtuelle Figuren von uns einige neue Songs.
Benny Andersson: Dafür haben wir die Girls angerufen, und sie haben «Ja, kein Problem» gesagt. So kam es, dass wir plötzlich wieder gemeinsam ein paar Tage im Studio verbracht haben.

Wie hat sich das angefühlt?
Benny Andersson:
Als ob nur sechs Monate vergangen wären. Es war erstaunlich, wie glücklich wir alle waren.

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Hatten Sie während der Jahrzehnte überhaupt noch Kontakt gehabt?
Benny Andersson:
Ja, klar. Wir sind bis heute Freunde. Treffen uns gelegentlich. Hier und da.

Was hat es mit diesem «Avatar»-Projekt auf sich?
Björn Ulvaeus:
So richtig wissen wir das auch noch nicht. Nur so viel: Wir vier werden auf Tournee gehen. Nur, dass wir es nicht selber sind, sondern virtuelle Figuren.

Haben sich Agnetha und Anni-Frid stimmlich verändert ?
Benny Andersson:
Natürlich. Wenn du vor 35 Jahren ein hohes F singen konntest, dann kriegst du heute höchstens noch ein E oder so hin. Aber wir passen das den Songs an.

Was ist das Geheimnis, dass Sie beide nach so vielen Jahre noch zusammenarbeiten?
Benny Andersson:
Wir streiten zwar gerne, aber nie, wenn wir arbeiten.

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Und wie steht es um Ihre Freundschaft?
Benny Andersson:
Privat haben wir nicht mehr so viel Kontakt wie früher.

Vermissen Sie sich gegenseitig?
Benny Andersson:
Eben nicht, weil wir uns ja immer noch fast jede Woche zur Arbeit treffen.
Björn Ulvaeus: Es ist schön, jemanden zu haben, dem man hundertprozentig trauen kann.

Was halten Ihre Kinder von Abba?
Björn Ulvaeus:
Ich denke, sie sind sehr stolz auf uns. Aber wir neigen dazu, zu Hause nicht über Abba zu sprechen.
Benny Andersson: Ich erinnere mich, wie Björn mich einmal mit seinem Sohn in meiner Wohnung in Stockholm besucht hat. Im Aufzug fragte der Kleine: «Ist das hier, wo Abba wohnt?»

Lange Freundschaft

Benny Andersson wuchs in Stockholm auf. An seinem sechsten Geburtstag bekam er ein Akkordeon geschenkt, mit dem er schon bald mit seinem Vater und Grossvater erste Auftritte hatte. Mitte der 60er-Jahre lernt er Björn Ulvaeus kennen, der schon in einer Band spielte. Die beiden taten sich zusammen. Ende der 60er-Jahre ergänzten sie sich mit den Sängerinnen Agnetha Fältskog und Anni-Frid Lyngstad, mit denen Benny und Björn zeitweise auch verheiratet waren. Das Quartett wurde als Abba weltberühmt. 1982 löste sich Abba trotz gigantischem Erfolg auf. Benny hat drei, Björn vier Kinder. 

Benny Andersson wuchs in Stockholm auf. An seinem sechsten Geburtstag bekam er ein Akkordeon geschenkt, mit dem er schon bald mit seinem Vater und Grossvater erste Auftritte hatte. Mitte der 60er-Jahre lernt er Björn Ulvaeus kennen, der schon in einer Band spielte. Die beiden taten sich zusammen. Ende der 60er-Jahre ergänzten sie sich mit den Sängerinnen Agnetha Fältskog und Anni-Frid Lyngstad, mit denen Benny und Björn zeitweise auch verheiratet waren. Das Quartett wurde als Abba weltberühmt. 1982 löste sich Abba trotz gigantischem Erfolg auf. Benny hat drei, Björn vier Kinder. 

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