Multis an der Zürcher Shopping-Meile Die Könige der Bahnhofstrasse

Die Zürcher Shoppingmeile ist 14 Milliarden wert. Davon profitieren vorallem Schweizer Unternehmen.

Unter Shoppern und Touristen ist die Bahnhofstrasse die grösste Attraktion in Zürich. play

Unter Shoppern und Touristen ist die Bahnhofstrasse die grösste Attraktion in Zürich.

Sabine Wunderlin

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An der Zürcher Bahnhofstrasse herrscht kommerzieller Einheitsbrei. Multis verdrängen Schweizer Traditionsgeschäfte. Das ist die Meinung von 52 Prozent der Leser, die bei der Online-Umfrage auf Blick.ch mitgemacht haben.

Dabei geht aber vergessen, dass die grössten Profiteure des Bahnhofstrasse-Monopoly Schweizer sind. Zum Beispiel die Familie Hayek. Die von ihr kontrollierte Swatch Group zählt zu den wichtigsten Mietern an der beliebtesten Schweizer Shoppingmeile.

Gestern eröffnete der Konzern wenige Schritte vom Hauptbahnhof entfernt den ersten Tissot-Shop der Welt. Weiter in Richtung Paradeplatz finden sich die Läden der hauseigenen Uhrenmarken Omega, Blancpain, Breguet und Swatch.

Auch Denner-Erbe Philippe Gaydoul (42) zählt zu den Königen der Bahnhofstrasse. Ihm gehört das fünfstöckige Haus mit der Nummer 62, in welchem seit Jahrzehnten das Spielwarengeschäft Franz Carl Weber logiert. Gleichzeitig ist Gaydoul mit seinen Marken Navyboot und Fogal vor Ort präsent.

Am meisten eigene Läden an der 1,2 Kilometer langen Strasse hat der Luxusgüterkonzern Richemont. Montblanc, Jaeger-LeCoultre, Piaget, Cartier, IWC und seit neuestem auch Van Cleef & Arpels dominieren den hochpreisigen mittleren Teil der Bahnhofstrasse. Der französische Rivale LVMH (Louis Vuitton, Hublot) ist mit vier und der schwedische Moderiese H&M mit drei eigenen Läden vertreten.

Beobachter sind sich einig: Die Uhren- und Schmucklabels treiben die Mieten rauf. «Die Konsumenten verlangen nach internationalen Marken», sagt Immobilienexperte Marc-Christian Riebe von der Location Group.

Die Beratungsfirma Wüest & Partner hat ausgerechnet, dass die durchschnittlichen Ladenmieten zwischen 2006 und 2012 um 50 Prozent gestiegen sind.

Von den explodierenden Mieten profitieren ebenfalls Schweizer Konzerne. Allen voran die Grossbanken Credit Suisse und UBS. Die vier Bahnhofstrasse-Häuser der CS sind laut Riebes Schätzungen 1,7 Milliarden Franken wert, die fünf der UBS 1,5 Milliarden. Dank den umsatzstarken Läden dürfen sich UBS-Chef Sergio Ermotti und CS-Chef Brady Dougan über erhebliche Mieteinnahmen freuen.

Am meisten Häuser hat der Lebensversicherer Swiss Life im Portfolio. Die acht Liegenschaften haben laut Riebe einen Marktwert von knapp 1,3 Milliarden Franken.

Nimmt man alle 114 Häuser mit ihren 140 Geschäften zusammen, kommt man auf einen Marktwert von 13,8 Milliarden Franken. Das ist so viel wie die gesamte jährliche Wirtschaftsleistung von Island.

Publiziert am 26.04.2014 | Aktualisiert am 29.09.2018
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12 Kommentare
  • Kurt  Hauser , via Facebook 26.04.2014
    UBS und CS sind keine Schweizer Firmen, es handelt sich um INTERNAIONALE Banken!
  • Horst  Schlemmer 26.04.2014
    Auch mit einem Marktwert von 14 Milliarden Franken ist die Bahnhofstrasse etwas vom hässlichsten, was ich bis anhin in verschiedenen wirklich Grossstädten gesehen habe. Nur Zürich ist auch nur ein grosses Dorf.
  • Michael  Meienhofer aus Ostermundigen
    26.04.2014
    Wohl nur schweizer Unternehmer profitieren - ihre Angestellten kaum.....also salopp gesagt, null Wertschöpfung für den grössten Teil Bevölkerung- sie gibt dort nur viel Geld aus für wenig leistung !
  • bernadette  flanders aus ganterschwil
    26.04.2014
    GUT ZU WISSEN ! werde nie mehr da was kaufen ! sehe nicht ein das man dennen auch noch was in den rachen wirft !
  • Patrick  Woddy , via Facebook 26.04.2014
    Ich denke aber wenn es am Schluss an der Bahnhofstrasse nur noch Geschäfte für die Reichen gibt wird die Frequenz abnehmen.