Zahlen des Bundes zeigen, welche Staatsangehörigen am häufigsten verurteilt werden Wie kriminell sind welche Ausländer?

ZÜRICH - Erstmals konnte das Bundesamt für Statistik anhand der Kriminalitätszahlen aus dem Jahr 2014 eruieren, bei welchen Nationalitäten es am meisten Verurteilungen gibt. Die Erhebung wurde 2016 publiziert und sorgt bis heute für Diskussionen.

Ausländische Schwerverbrecher müssen ab Oktober damit rechnen, des Landes verwiesen zu werden. Der Bund erwartet mit der neuen Praxis rund 4000 Ausschaffungen pro Jahr. (Symbolbild) play
Ausländer begehen im Verhältnis zu ihrem Bevölkerungsanteil mehr Straftaten als Schweizer. (Symbolbild) Keystone

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Zahlen lügen nicht. Oder doch? Wie kriminell sind Ausländer in der Schweiz wirklich? Belegt ist: Im Verhältnis zu ihrem Bevölkerungsanteil begehen sie mehr Straftaten als Schweizer. Im Schnitt ist ihre Kriminalitätsrate rund doppelt so hoch.

Doch hier ist schon Schluss mit der Einigkeit. Über die Interpretation der Zahlen gibt es bis heute Diskussionen.

Das Bundesamt für Statistik (BFS) hat für die Erhebung die Anzahl der Verurteilungen mit der Zahl der ständigen Wohnbevölkerung in der Schweiz abgeglichen. Das ergibt die sogenannte Belastungsrate.

Am höchsten ist diese bei jungen Männern aus Westafrika. Die Kriminalitätsrate beträgt bei ihnen 7,8 Prozent. Mit 6,5 Prozent liegen 18- bis 29-jährige Männer aus der Dominikanischen Republik nur knapp darunter.

Auch wenn man Alter und Geschlecht weglässt, haben Zuwanderer aus diesen Regionen und Ländern die höchste Kriminalitätsrate. Bei Südwest- und Westafrikanern beträgt sie etwas mehr als drei Prozent. Danach folgen Nordafrikaner und Menschen aus der Dominikanischen Republik mit gut zwei Prozent.

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Zu rund einem Prozent werden Menschen aus dem Nahen Osten, Ostafrika, der Türkei und Brasilien straffällig. Danach geht es steil nach unten. Bei Spaniern, Franzosen und Italienern liegt die Kriminalitätsrate bei unter 0,5 Prozent.

Deutsche weniger straffällig als Schweizer

Und die Schweizer? Sie werden gemäss den Zahlen von 2014 zu 0,27 Prozent kriminell. Damit sind die Einheimischen aber nicht die gesetzestreusten Bewohner ihres Landes. Bei den Deutschen ist die Gefahr, dass sie straffällig werden, noch leicht tiefer. Briten und Amerikaner werden sogar deutlich weniger häufig straffällig bei uns.

Das BFS betont, dass die Zugehörigkeit zu einer Nation nicht der Grund sei, dass jemand straffällig werde. Wichtiger seien Faktoren wie soziale Schicht oder Bildungsstand. Sie werden in der Statistik aber nicht erfasst.

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Unter Experten und in der Bevölkerung ist die Kriminalitätsstatistik bis heute ein heisses Thema. Ein Strafrechtsprofessor zu BLICK: «Die Zahlen sprechen eine unbequeme Wahrheit aus. Es ist nicht die Anzahl der Delikte, die aufschreckt, sondern vielmehr die Differenz der Straftaten unter den jeweiligen Nationen. Manch Spitzenreiter ist nicht ohne Grund an der Spitze.»

Aussagen, die reizen. So sehr, dass der namhafte Professor seinen Namen im Zusammenhang mit den Zahlen nicht mehr in der Zeitung lesen möchte. «Nachdem ich die Arbeit des BFS beim letzten Mal gelobt hatte, hagelte es Drohungen und Beschimpfungen.»

Sechs Fälle, die in Erinnerung bleiben

Die Flüchtlingsfamilie, die für riesige Kosten sorgt

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Im September 2014 sorgte eine siebenköpfige Flüchtlingsfamilie aus Hagenbuch ZH für nationale Schlagzeilen. Weil die Integration scheiterte, sorgten sich die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden (Kesb) um die eritreische Familie – mit zeitweise sieben Sozialpädagogen. Sie gingen mit der Mutter einkaufen und putzten die Wohnung. Vier der sieben Geschwister wurden in einem Heim platziert. Bald aber wollte die Gemeinde die Kosten von mehreren Zehntausend Franken pro Monat nicht mehr berappen. Gemeindepräsidentin Therese Schläpfer (SVP) drohte mit einer Steuererhöhung. In der Folge lehnte die Gemeindeversammlung aus Protest das Budget 2015 ab. Die Familie lebt mittlerweile in Andelfingen ZH.

Der Kosovare, der dem Schwinger die Kehle aufschlitzt

Lieferte den Anstoss zum Schlitzer-Plakat: Der Kosovare Rasim R. schlitzte dem Kranzschwinger Kari Zingrich im August 2011 in Interlaken die Kehle auf. play
Lieferte den Anstoss zum Schlitzer-Plakat: Der Kosovare Rasim R. schlitzte dem Kranzschwinger Kari Zingrich im August 2011 in Interlaken die Kehle auf.

Im Sommer 2011 kommt es auf der Terrasse des Restaurants Waldrand in Interlaken BE zu einer folgenschweren Attacke. Der Kosovare Rasim R.* schlitzte Schwinger Kari Zingrich die Kehle auf. Für die Tat musste er sieben Jahre ins Gefängnis. Die Messer-Attacke sorgte landesweit für Schlagzeilen, weil sie die SVP zu ihrem sogenannten «Schlitzer-Inserat» inspirierte. Die Partei schaltete noch im selben Jahr im Zusammenhang mit ihrer Zuwanderungs-Initiative Inserate mit dem Text «Kosovaren schlitzen Schweizer auf!»

Der Psychiater, dem die Patienten ihr Geld geben

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Psychiater Frank K.* versprach seinen Patienten im Raum Freiburg und Bern neben Therapieerfolgen auch hohe Renditen mit Ananasplantagen oder im Edelsteinhandel. 15 Patienten vertrauen dem Deutschen ihr Geld an – Opfer Ronny Meuwly (†32) nahm sich sogar aus Scham das Leben. Der Deutsche landete in U-Haft, kam wieder frei und mogelt sich weiter munter durchs Leben.

Die Mafiosi von Frauenfeld

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In Frauenfeld fliegt im Frühjahr 2016 eine grosse ’Ndrangheta-Zelle auf. Zwölf Mafia-Mitglieder (37 bis 73) werden festgenommen. Fast alle stammen aus dem Dorf Fabrizia im italienischen Kalabrien. Pikant: Viele wohnten schon seit über 40 Jahren in der Stadt Frauenfeld und lebten ein unauffälliges Dasein als Taxifahrer, Bauarbeiter und Rentner.

Der Raser, der Lorena totfuhr

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Im November 2008 rast eine Gruppe Jugendlicher um den Griechen Nekti T.* nach dem Discobesuch in Richtung Schönenwerd SO. Zur gleichen Zeit steigt Lorena (†21) mit ihrer Bekannten Bernadette (62) ins Auto. Am Steuer der Ehemann. Das Ehepaar fährt die junge Frau nach einem Nachtessen nach Hause. Wegen Nebels beträgt die Sichtweiter weniger als 50 Meter. Als der rote VW Golf in eine Seitenstrasse abbiegen will, kommt Nekti T. im Audi seines Vaters mit weit über 100 km/h entgegengebraust. Mit voller Wucht rammt er den VW Golf. Lorena, die hinten im Fond sitzt, hat keine Chance. Sie stirbt noch an der Unfallstelle. Der Grieche kassiert sechs Jahre Knast, wehrt sich aber lange gegen den Gang hinter Gitter. Erst 2013 wandert Nekti T. in den Knast. Schon nach einem Jahr geniesst er Hafturlaub.

Der IS-Sympathisant im Rollstuhl

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Der vermeintliche Rollstuhlfahrer und IS-Sympathisant Osama M.* gründete mit drei Komplizen in Schaffhausen eine IS-Zelle. Der Iraker soll mit zwei seiner Landsleute mindestens einen Anschlag in der Schweiz oder in Deutschland geplant haben. Er ging den Fahndern im Frühjahr 2014 in Beringen SH ins Netz. 2016 wurde er vom Bundesstrafgericht in Bellinzona zu vier Jahren und acht Monaten Knast verurteilt.

* Namen der Redaktion bekannt

Publiziert am 27.07.2017 | Aktualisiert am 22.12.2017
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53 Kommentare
  • Georg  Steiger 29.07.2017
    Wie viele der Schweizer die Kriminell werden sind eingebürgerte? Das wäre spannend.
  • Xaver  Perte 29.07.2017
    Seit wann gibt es eine Nation die Nordafrika, Westafrika oder Südwestafrika heisst? Ich kenne bisher nur Südafrika als Land. In dieser Statistik werden mehrer Länderregionen zusammengefasst, so dass gewisse extreme Länder mit extrem hohen Zahlen nicht auffallen. Die Zahlen werden so schön geglättet.
    Also nichts anderes asl ein über Trick der Statistiker. und das schlimmste ist, dass wir Steuerzahler das auch noch bezahlt haben.
  • Igi  Dam aus ZH
    29.07.2017
    Also meine Interpretation von dieser Statistik:

    Europa Schweiz auf Platz 1 mit 43.2 punkten.

  • Frederik  Steinmann aus Ticino
    29.07.2017
    Wundert mich jetzt echt bei den Kommentaren dass man traditionell dieses Mal nicht über die üblen "Tütschen" herzieht, obwohl doch die "Tütschen" seit 70 Jahren die Ursache allen Übels in der Schweiz sind.
    Die Statistik sagt zwar etwas ganz anderes aber die Tütschen werden als die schlimmsten Feinde der Schweiz betrachtet.
  • Willi  Frischknecht , via Facebook 28.07.2017
    Und wieviel der Schweizer waren eingebürgert ? Als Geschädigter konnte ich letzthin nur noch staunen über die Namen in den Gerichtsakten. Die 6 Verurteilten hatten alle südeuropäpisch Namen und alles Papierli Schweizer.