Erdebeben in der Waadt 1000 Anrufe beim Erdbeben-Dienst

CHÂTEAU-D’ŒX - Kurz nach 10 Uhr bebte in der Waadt die Erde. Laut dem Schweizer Erdbebendienst sind kleiner Schäden möglich.

Epizentrum Château-d’Œx: Karte des Erbebendienstes. play

Epizentrum Château-d’Œx: Karte des Erbebendienstes.

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Um 10.10 Uhr erschütterte das erste Erdbeben mit einer Stärke von 4,2 die Region. Im Abstand von fünf Minuten folgte zwei kleinere Nachbeben mit der Stärke von 1,9 bzw. 2,0.

Tabelle des Schweizerischen Erdbebendienstes. play

Tabelle des Schweizerischen Erdbebendienstes.

seismo.ethz.ch

 

Beim Erdbebendienst sind über tausend Telefonanrufe eingegangen, wie Clotaire Michel, Seismologe beim Erdbebendienst, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte. Etwa 50 Anrufe kamen beispielsweise von Bulle FR und Villeneuve VD, 40 aus der Region Montreux und Vevey, etwa 30 aus Freiburg und 20 aus Aigle oder aus Sitten, sagte er. Aus der direkt betroffenen Region dagegen seien relativ wenig Anrufe eingegangen.

Bereits seit letztem Jahr sei die seismische Aktivität in der betroffenen Region erhöht, sagte Michel weiter. In den nächsten Wochen oder sogar Monaten müsse erfahrungsgemäss mit Nachbeben gerechnet werden. Diese dürften zwar in der Regel kleiner sein, aber es seien durchaus auch stärkere Erdstösse möglich. Die Magnitude vom Samstagmorgen dürfte aber kaum mehr erreicht werden.

Viele Schweizer spürten das Beben, wie ein Blick auf Twitter zeigt:

 

Ein Erdbeben mit einer Magnitude über 4,0 komme etwa einmal pro Jahr vor. Speziell sei in diesem Fall, dass sich das Erdbeben in der Nähe von bewohntem Gebiet ereignet habe. Mit einer Tiefe von vier Kilometern sei das Epizentrum relativ nahe an der Oberfläche gewesen und damit nahe bei den Gebäuden. «Das Schadenpotenzial ist deshalb höher», sagte er.

Das letzte vergleichbare Erdbeben ereignete sich am Abend des vergangenen 6. Märzes bei Linthal GL. Es handelte sich damals mit einer Magnitude von 4,6 auf der Richterskala um das stärkste Beben seit über zehn Jahren. Rund 30 leichtere Nachbeben folgten dem stärksten Erdstoss.

Rund 5000 Menschen aus einem Umkreis von 200 Kilometern hatten damals die Hotline des Erdbebendienstes angerufen, um zu melden, dass sie den Erdstoss verspürt hatten. Die Webseite des Erdbebendienstes war zeitweise pro Minute von bis zu einer halben Million besorgter Bürgerinnen und Bürger aufgerufen worden.

Die Gebäudeversicherung GlarnerSach verzeichnete damals rund ein Dutzend Schäden. Allerdings handelte es sich ausschliesslich um «Bagatellfälle» wie zum Beispiel Risse in den Wänden, eine eingerissene Wasserleitung und ein eingestürzter Kamin.

2016 waren in der Schweiz insgesamt 31 spürbare Erdbeben registriert worden. Dies waren deutlich mehr als der langjährige Durchschnitt von 23 solchen Ereignissen. Insgesamt ereignen sich pro Jahr bis zu 800 meist harmlose Erdstösse.

Erdbeben der Stärke 6,6 verwüstete Basel
 

Das stärkste historisch dokumentierte Erdbeben in der Schweiz mit einer geschätzten Magnitude von 6,6 zerstörte 1356 grosse Teile Basels. Es richtete vergleichbar schwere Schäden an wie jenes in San Francisco im Jahr 1906. Käme es heute in Basel zu einem ähnlichen Beben, so wäre mit mehreren tausend Toten und Zehntausenden von Verletzten zu rechnen.

Beben mit einer Stärke um 6 sind gemäss dem Erdbebendienst alle 50 bis 150 Jahre möglich. Zum vorerst letzten Mal ereignete sich ein solcher Erdstoss 1946 bei Siders VS. Eine Person erlitt damals vor Schreck einen tödlichen Herzanfall, mehrere Menschen wurden verletzt. Glockentürme und Kamine stürzten ein. Gemäss dem Erdbebendienst ist ein solches Beben überall und jederzeit in der Schweiz möglich. (SDA/bö)

Publiziert am 01.07.2017 | Aktualisiert am 01.07.2017
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1 Kommentare
  • Pedro  Burro aus Rümlang
    01.07.2017
    Ich frage mich immer wieder, warum Leute anrufen müssen, weil sie ein Erdbeben gespürt haben. Sowas tue ich wenn ich Hilfe brauche. Wenns Blitzt und Donnert, ruf ich auch nicht an.