Schweizer Neuwagenverkäufe
Allrad und Alternative legen zu

Die Schweizer Autoimporteure sind zufrieden. Mit 157 910 verkauften Neuwagen liegt die Branche zur Jahreshälfte nur um 0,6 Prozent hinter dem erfolgreichen Vorjahr zurück.
Publiziert: 04.07.2018 um 11:25 Uhr
|
Aktualisiert: 25.10.2018 um 15:55 Uhr
Raoul Schwinnen

«Unsere Branche blickt auf ein solides erstes Halbjahr zurück», kommentiert Christoph Wolnik von der Importeursvereinigung Auto-Schweiz die aktuellen Verkaufszahlen. Tatsächlich bedeuten die in den ersten sechs Monaten dieses Jahres in der Schweiz abgesetzten 157'910 Neuwagen lediglich ein Rückgang von 1008 Fahrzeugen oder 0,6 Prozent gegenüber dem guten Vorjahr. Und Wolnik ist zuversichtlich, dass man in der zweiten Jahreshälfte das Ziel, das Vorjahresergebnis von 314'000 verkauften Neuwagen mindestens zu erreichen, noch schaffen wird.

Christoph Wolnik von der Importeursvereinigung Auto-Schweiz ist zufrieden mit den Verkaufszahlen.

4x4-Anteil steigt weiter

Die ersten sechs Verkaufsmonate 2018 zeigen weiterhin einen anhaltenden Boom allradgetriebener Fahrzeuge. Mittlerweile liegt deren Anteil bei 48,4 Prozent. Also fast jeder zweite gekaufte Neuwagen in diesem Jahr war ein 4x4 – und in der Herbst-/Wintersaison könnte dieser Anteil weiter steigen und erstmals die 50-Prozent-Marke knacken. «Im Hinblick auf die CO2-Bilanz natürlich nicht unbedingt ein erstrebenswertes Ziel», erklärt Christoph Wolnik. Aber diese Zahlen zeigen, wie sehr Sicherheit und Komfort von Schweizer Autokäuferinnen und -käufer geschätzt werden.

Unter anderem dank SUV und Allrad-Modellen konnte Ford Schweiz zum 70-Jahre-Jubiläum kräftig zulegen.

Alternative legen zu

Mit Blick auf die CO2-Bilanz darf Wolnik immerhin auch feststellen, dass Fahrzeuge mit Alternativantrieben weiter zulegen. 9886 Autos mit umweltfreundlichen Antrieben wurden im ersten Halbjahr 2018 verkauft, was einem Plus von 25,7 Prozent und einem Marktanteil von 6,3 Prozent entspricht. Zum Vergleich: Im Vorjahr betrug der Marktanteil von Neuwagen mit Alternativantrieben noch 4,9 Prozent. «Dieses Wachstum ist erfreulich, spielt sich aber natürlich noch auf tiefem Niveau ab», ist sich Christoph Wolnik bewusst. Dennoch dürfte sich diese Entwicklung durch das ständig wachsende Modellangebot, sinkende Fahrzeugpreise, grössere Reichweiten sowie laufend verbesserte Lade- und Tankinfrastruktur weiter fortsetzen.

Klares Ziel vor Augen

Und das ist auch wichtig. Denn nur so lässt sich das von den Autoimporteuren gesetzte «10/20»-Ziel auch wirklich realisieren. «Auto-Schweiz möchte», erklärt Wolnik, «bis zum Jahr 2020 einen zehnprozentigen Marktanteil allein mit Elektroautos und Plug-in-Hybriden realisieren.» Natürlich sollen aber auch weitere Alternativ-Antriebssysteme wie Gas-, Wasserstoff- und Hybridmotorisierungen zur weiteren Senkung des CO2-Flottenausstosses in der Schweiz beitragen.

Fehler gefunden? Jetzt melden
Alle Kommentare