Sieben Fakten zu Pearl Harbor
Der «Tag der Schande» jährt sich zum 75. Mal

Ein Dreivierteljahrhundert ist der Angriff auf den US-Stützpunkt Pearl Harbor bereits her. Der Attacke fielen über 2000 Menschen zum Opfer. Die sieben wichtigsten Fakten zur Schlacht.
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Die Arizona wird beim Angriff komplett zerstört.
Foto: imago stock&people
Sven Forster

Ohne Vorwarnung griffen japanische U-Boote und Kampfjets den US-Pazifikstützpunkt Pearl Harbor an. Seit der Schlacht am 7. Dezember 1941 gilt der Name Pearl Harbor in den USA als Synonym für einen Angriff aus dem Nichts. Zum 75. Jahrestag finden sie sieben Fakten zu der historischen Schlacht.

1. Über 2000 Opfer

Es war ein verlustreiches Gefecht im Pazifik. Auf amerikanischer Seite beklagte man mehr als 2400 Todesopfer. Dazu fielen 5 Schlachtschiffe und 188 Kampfflugzeuge der Attacke zum Opfer. Die Japaner hingegen meldeten nur 61 Gefallene. Der unerwartete Angriff brachte die USA dazu, sich am Zweiten Weltkrieg zu beteiligen.

2. Frühzeitiger Rückzug

Nach Planung des japanischen Kommandos sollte nach den ersten zwei Angriffen eine dritte Attacke folgen. Mit dieser hätten die Werftanlagen und Tankbehälter zerstört werden sollen. Der amtshabende Admiral Nagumo entschloss sich jedoch für den Rückzug. Er wollte ein Zusammentreffen mit den Flugzeugträgern der Vereinigten Staaten verhindern. Ausserdem war mit der Zerstörung der Kriegsschiffe das strategische Hauptziel erreicht.

Admiral Nagumo
Foto: Naval History and Heritage Command

3. Tränen der Arizona

Die USS Arizona wurde zum Sinnbild von Pearl Harbor. Das mächtige Kriegsschiff wurde innert kürzester Zeit von den Wassermassen verschlungen. Sie wurde für 1100 Menschen zur letzten Ruhestätte. Über dem Schiffswrack wurde 1962 eine Gedenkstätte errichtet, die jährlich 1,5 Millionen Besucher anlockt. Das Schiff hatte vor dem Angriff nie einen Schuss im Krieg abgegeben. Noch immer ragen bei seichten Verhältnissen Wrackteile aus dem Wasser. Dazu fliesst auch 75 Jahre später noch Öl aus dem Schlachtschiff. Die Öl-Flecken werden «die schwarzen Tränen der Arizona» genannt. Man sagt: Es fliesst so lange Öl aus dem Schiff, bis der letzte Überlebende der Besatzung gestorben ist.

Die Tränen der Arizona
Foto: AP Photo

4. Beisetzung durch Taucher

Den überlebenden Matrosen der USS Arizona ist gestattet, die letzte Ruhe im Wrack zu finden. Über 30 Veteranen haben sich für diese Art der Bestattung entschieden. Dabei wird die Asche von Tauchern im oder über dem Wrack verstreut. Auch die Matrosen der restlichen gesunkenen Schiffe können sich am Ort des Wracks Bestatten lassen.

5. Film voller Fehler

Zum 60. Jahrestag wurde ein Hollywood-Film mit Ben Affleck und Josh Hartnett (Bild) gedreht, der später mit einem Oscar prämiert wurde. Obwohl man den Anspruch hatte, einen historisch korrekten Kriegsfilm zu produzieren, schlichen sich diverse historische Fehler ein. Und auch sonst nahm man es mit der Wahrheit nicht so genau: Eine Szene, in der Präsident Roosevelt alleine aus seinem Rollstuhl aufsteht, ist frei erfunden. Dazu kommt die Tatsache, dass die Japaner im Film Spitäler und Zivilisten bombardierten – das haben sie in Wahrheit gar nie getan.

6. Trump-Berater gratuliert Japaner

Anlässlich des Jahrestags liess sich Newt Gingrich, der ehemalige Berater von Donald Trump, zu einer absurden Aussage hinreissen. Auf Twitter gratulierte er den Japanern zu einem professionellen Angriff. Da über 2000 US-Bürger an diesem Tag ihr Leben liessen, sorgt diese Aussage für Trubel. Immerhin – Gingrich wird nicht Teil von Trumps Kabinett.

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7. Viele Verschwörungstheorien

Wie bei jedem grösseren Ereignis gibt es auch zu Pearl Harbour viele Verschwörungstheorien. Die verbreitetste ist, dass US Präsident Roosevelt vom Angriff Bescheid wusste. Demnach soll er Pearl Harbour geopfert haben, um einen Grund für den Kriegseintritt zu erhalten. Dafür sprechen würde, dass die neuen Flugzeugträger vor dem Angriff den Hafen verliessen. Bislang fehlen jedoch eindeutige Beweise für die Theorie.

Foto: imago stock&people
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