Schweizer Waffenhändler stimmen US-Präsident Trump zu
«Bewaffnete Lehrer sind eine gute Idee»

US-Präsident Donald Trump will nach dem Amoklauf in Florida die Lehrer mit Waffen ausstatten. In der Schweiz stösst die Idee auf Zuspruch – der Vorschlag wäre im Falle einer Bedrohung auch hier denkbar.
Publiziert: 22.02.2018 um 23:40 Uhr
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Aktualisiert: 12.09.2018 um 13:53 Uhr
Nach Florida-Massaker: Betroffene fordern strengere Waffengesetze: Trump will Lehrer an US-Schulen bewaffnen(01:15)
Guido Felder und Anastasia Mamonova

US-Präsident Donald Trump (71) fordert nach dem jüngsten Highschool-Massaker mit 17 Toten in Parkland (US-Bundesstaat Florida), dass auch Lehrer mit einer Schusswaffe ausgestattet werden sollten. Sein Vorschlag könnte auch bei uns Schule machen. Zumindest wenn es nach dem Schweizer Büchsenmacher- und Waffenfachhändlerverband geht. Die Idee dahinter: Amokläufer möglichst schnell zur Strecke bringen! Trump twitterte dazu: «Erfahrungen zeigen, dass ein Schulattentat rund drei Minuten dauert. Bis die Polizei eintrifft, dauert es fünf bis acht Minuten. Gut auf Waffen ausgebildete Lehrer würden das Problem umgehend lösen. Grosse Abschreckung!» 

Spricht sich notfalls auch für Waffen an Schweizer Schulen aus: Daniel Wyss, Präsident des Büchsenmacher- und Waffenfachhändlerverbands.

Bei einem Treffen mit Vertretern von Bundesstaaten und Kommunen im Weissen Haus lud Trump noch mal nach: «Ich möchte meine Schulen so geschützt haben wie meine Banken!» Speziell trainierte Lehrer könnten für das verdeckte Tragen einer Waffe einen Bonus erhalten, schlug Trump vor. Und: Er halte zwischen zehn und 40 Prozent der Lehrer dafür qualifiziert, bewaffnet zu werden.

Beim Schweizerischen Büchsenmacher- und Waffenfachhändlerverband hält man diesen Vorschlag für sinnvoll: «Es ist grundsätzlich eine gute Idee, wenn Lehrer bewaffnet werden, um bei Amokläufen entsprechend reagieren und sich verteidigen zu können», sagt der Präsident des Verbands, Daniel Wyss (53) zu BLICK. Wichtig sei, dass sie dafür ausgebildet werden und darin geübt sind, mit der Waffe umzugehen.

Trumps Vorschlag, auch Lehrer zu bewaffnen, führt zu heftigen Protesten.

Bei Bedrohungslage sollten auch Lehrer an die Waffen

Würde es zu einer vergleichbaren Bedrohung in der Schweiz kommen, wäre das Thema Waffen laut Wyss auch für Schweizer Lehrer denkbar. «Sollte sich an der Bedrohungslage etwas massiv ändern, muss man über alle Massnahmen nachdenken, die unschuldige Menschen schützen können», sagt er.

Demonstranten fordern schärfere Waffengesetze.

Einzig den Waffenerwerb in den USA sieht Wyss kritisch: «Die Waffengesetze in gewissen US-Staaten sind nach unserem Rechtsverständnis zu locker. Es ist nicht in Ordnung, dass jedermann ohne eine Überprüfung an ein Gewehr kommt.»

Das jüngste Massaker sei genug, findet diese Demonstrantin.

Trotzdem hält er eine Verschärfung der Waffengesetze für wirkungslos. «Nur ein Bruchteil der Delikte wird mit einer Schusswaffe begangen. Wenn weniger Waffen im Umlauf sind, können sie trotzdem in die Hände von Leuten geraten, die sie missbrauchen. Dass man es schafft, die Waffen genau denjenigen wegzunehmen, die die Gewalttaten verüben, ist ein Wunschdenken.» 

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Der Amoklauf eines Waffenfanatikers an einer High School in Florida forderte 17 Tote.

Wenig Verständnis

Kein Verständnis für die Haltung des Waffenverbands hat Werner Salzmann (55), SVP-Nationalrat und Präsident des Berner Schiesssportverbands. «Lehrer zu bewaffnen, ist eine sehr schlechte Idee. Das wird die Sicherheit in den Schulen eher senken», sagt einer der glühendsten Befürworter für ein liberales Waffenrecht zu BLICK.

Waffen haben an Schulen nichts verloren: SVP-Nationalrat Werner Salzmann.

Auch in den USA kam Trumps Idee nicht bei allen an. Amerikanische Polizisten und Lehrer zeigen Bedenken. Der für Parkland zuständige Sheriff Scott Israel sagte: «Ich denke nicht, dass Lehrer bewaffnet werden sollten. Lehrer sollten unterrichten.» Auch Lehrerin Ashley Kurth, die das Massaker überlebt hatte, überlegt laut: «Soll ich eine Schutzweste tragen? Soll ich die Waffe am Bein tragen oder in meinem Schreibtisch verstauen?»

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