Manchester-Bomber Salman Abedi (†22) brach sein BWL-Studium ab
Er kehrte wenige Tage vor den Anschlag aus Libyen zurück

Der Terror von Manchester hat einen Namen: Salman Abedi. Die Polizei bestätigte gestern Abend die Identität des Selbstmordattentäters. Nun ist auch ein Bild des 22-Jährigen aufgetaucht. Abedi war mehrmals in Libyen, womöglich auch in Syrien.
Publiziert: 24.05.2017 um 10:13 Uhr
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Aktualisiert: 30.09.2018 um 22:53 Uhr
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Manchester-Bomber Salman Abedi (†22) in einer undatierten Aufnahme.

Salman Abedi (†22) hat mit seinem Selbstmord-Bombenanschlag am Montagabend in Manchester 22 Konzertbesucher getötet und 119 weitere verletzt. Nun hat die britische Boulevardzeitung «The Sun» ein Foto des mutmasslichen Attentäters veröffentlicht. Abedi kam beim Anschlag auch ums Leben. Woher das Foto stammt, gab die Zeitung nicht bekannt.

Salman Abedi ist der Terrorist von Manchester.

Abedis Mutter Samia Tabbal (50) und sein Vater, Ramadan Abedi, stammen aus Libyen und flüchteten nach Grossbritannien. Der mutmassliche Terrorist wurde an Silvester 1994 als zweitjüngstes von vier Kindern geboren. Nach einigen Jahren in London, zog die Familie nach Manchester, schreibt «BBC». In dieser Stadt wuchs Salman auf, zusammen mit seiner Schwester und den zwei Brüdern. 

Sein soziales Umfeld sei eine enge, libysche Gemeinschaft gewesen, die bekannt war für ihre Ablehnung des Gaddafi-Regimes, schreibt «The Telegraph». Die Familie sei sehr religiös geprägt gewesen. So besuchte sie oft die örtliche Moschee. Der ältere Bruder Ismail ist laut britischen Medien gar Tutor in einer Koranschule.

Reisen nach Libyen

Abedi besuchte die örtliche Schule und studierte an der Universität Salford bei Manchester Betriebswirtschaft. Er schloss den Studiengang nie ab, sondern startete einen Job in einer Bäckerei. Laut «BBC» beschrieben ihn Freunde als guten Fussballer, Manchester United-Fan und Cannabis-Raucher. 

Die Abedis hätten mehrmals ihren Wohnort gewechselt innerhalb der Stadt – unter anderem ins Quartier Fallowfield, wo gestern eine Razzia stattfand. Ein Teil der Familie kehrte 2011 nach Libyen zurück, die zwei Söhne Salman und Ismail blieben in Grossbritannien. Der Zeitung «Sun» zufolge soll Salman Abedi jedoch in den letzten Jahren mehrmals in Libyen gewesen sein. Er könnte von dort aus auch nach Syrien gereist sein. Laut der «Times» ist er erst wenige Tage vor dem Anschlag aus Libyen zurückgekehrt. Ein Freund der Familie beschreibt ihn als ganz «normal»: «Er war immer freundlich.»

Komplizen gesucht

An der Identität des Täters gibt es laut der britischen Polizei keinen Zweifel. Unter anderem sei ein Ausweis von ihm am Tatort gefunden worden. Abedi war den Behörden und Geheimdiensten bekannt, wurde aber nicht als unmittelbare Bedrohung eingestuft.

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Jetzt versuchen die Ermittler herauszufinden, ob der Attentäter zu einem Terrornetzwerk gehört. Laut der Innenministerin Amber Rudd, «scheint es wahrscheinlich», dass der Terrorist den Anschlag nicht allein ausführte, schreibt die «BBC».

Der Islamische Staat (IS) hat den Angriff zwar für sich reklamiert – die Polizei hat aber britischen Medienberichten zufolge noch keine eindeutigen Beweise dafür, dass die Terrormiliz tatsächlich direkt involviert war. (rey/kra)

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