Kurz vor dem Touristen-Ansturm
Mallorca droht der Wasser-Kollaps

Zahlreiche Touristen strömen in den nächsten Wochen nach Mallorca. Doch die Insel liegt auf dem Trockenen. Tröpfelt es bald nur noch aus den Wasserhähnen?
Publiziert: 07.07.2016 um 22:39 Uhr
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Aktualisiert: 30.09.2018 um 21:45 Uhr
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Der Stausee Gorg Blau im Nordwesten von Mallorca. Weil der Wasserbedarf so hoch ist, fällt der Pegel stetig.

Diesen Sommer wird Mallorca von Touristen überrannt. Vor allem, weil krisengeplagte Länder wie Ägypten, die Türkei oder Griechenland gemieden werden. Rund 10 Prozent mehr Gäste werden dieses Jahr erwartet.

Ausgerechnet jetzt droht eine Wasserknappheit. Schon seit längerer Zeit fiel auf Mallorca kein Regen mehr. Der Wasserstand der Talsperren und die Pegel der unterirdischen Grundwasserseen sinken auf ein Besorgnis erregend niedriges Niveau, schreibt das Online-Portal Travelnews. Schon jetzt rufen die Behörden die Bevölkerung zum Wassersparen auf.

Touristen brauchen mehr Wasser

Und bald fallen die fast zwei Millionen Touristen ein, die zusätzlich Wasser brauchen. Um die 278 Liter Wasser pro Tag verbraucht ein Feriengast – doppelt so viel wie Einheimische.

Um den Notstand doch noch abzuwenden, fährt Mallorca nun die Meerwasserentsalzungsanlagen in den Inselorten Palma, Andratx und Alcúdia hoch. Das Wasser soll danach zwar immer noch leicht salzig und chlorig sein, würde aber die Wasserleitungen vor dem Austrocknen bewahren.

Zusätzlich zum Krisenplan werden Betreiber der 24 Golfplätze gebeten, den Rasen nur noch mit wiederverwertetem Abwasser zu bewässern. Private Poolbesitzer wurden angehalten, ihre Becken nur noch in Notfällen zu füllen.

Ein Viertel des Wasser geht durch Leitungen verloren

Damit der Tourismus keinen Schaden davonträgt, will man den Hotels das Füllen ihrer Pools nicht verbieten. Allerdings werden die Gäste mit Aufklebern auf den Trinkwassermangel aufmerksam gemacht, schreibt die «Neue OZ».

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«Schliessen Sie den Wasserhahn beim Einseifen, Rasieren und Zähneputzen», steht beispielsweise auf Flugblättern.

Zu den Wasserverschwendern gehören aber längst nicht nur die Touristen, sondern auch die Wasserversorger selbst. Entsetzt mussten diese feststellen, dass rund 25 Prozent des Wassers durch kaputte Leitungen verloren gehen. Die Löcher sollen nun schleunigst gestopft werden. (lz)

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