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Ukraine fiebert EU-Gipfel entgegen - Russland sauer wegen Kaliningrad

In der Hoffnung auf einen baldigen Status als EU-Beitrittskandidat fiebert die Ukraine dem EU-Gipfel in dieser Woche in Brüssel entgegen.
Publiziert: 20.06.2022 um 17:09 Uhr
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Aktualisiert: 21.06.2022 um 16:30 Uhr
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ARCHIV - Könnte die Ukraine bald den Status eines EU-Beitrittskandidaten erreichen? Dies wird diese Woche in Brüssel entschieden. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Die deutsche Aussenministerin Annalena Baerbock wirbt bereits für eine konkrete Perspektive für das von Russland angegriffene Land, das am Montag den Verlust eines Vororts der zuletzt heftig umkämpften Stadt Sjewjerodonezk einräumen musste.

Unterdessen beschuldigte der prorussische Krim-Chef die Ukraine, schwimmende Gasförderplattformen im Schwarzen Meer mit Raketen angegriffen zu haben. Dabei habe es mehrere Verletzte gegeben. Moskau zeigte sich zudem erzürnt über das EU- und Nato-Land Litauen, das den Bahntransit zwischen der zu Russland gehörenden Ostsee-Enklave Kaliningrad und dem russischen Kernland beschränkte.

Im Schwarzen Meer blockieren russische Schiffe weiterhin die Ausfuhr von ukrainischem Getreide. Der EU-Aussenbeauftragte Josep Borrell glaubt aber an eine baldige Lösung des Problems. Dies ist nötig, denn die Vereinten Nationen legten dramatische Zahlen vor, wonach auch wegen des Ukraine-Krieges und dem fehlenden Getreide weltweit aktuell 345 Millionen Menschen in 82 Ländern akut hungern.

Baerbock wirbt für konkrete EU-Perspektive für Ukraine

Kurz vor dem wohl entscheidenden EU-Gipfel hat die deutsche Aussenministerin Baerbock für eine konkrete EU-Beitrittsperspektive für die Ukraine geworben. «Es gilt jetzt, nicht nach Schema F zu verfahren, sondern diesen historischen Moment zu nutzen und der Ukraine mit Blick auf ihre Perspektive deutlich zu machen: Ihr gehört mitten in die Europäische Union», sagte die Grünen-Politikerin in Luxemburg. Sie unterstütze auch den Beitritt von Ukraines kleinem Nachbarn Moldau.

Ukraine räumt Verlust eines Vororts von Sjewjerodonezk ein

Die ukrainischen Behörden haben den Verlust der Ortschaft Metjolkine südöstlich des Verwaltungszentrums Sjewjerodonezk im Osten des Landes eingeräumt. «Die Kontrolle über Metjolkine nahe Sjewjerodonezk ist verloren», teilte der Militärgouverneur des Gebiets Luhansk, Serhij Hajdaj, mit. Russland hatte bereits am Sonntag die Eroberung der an Sjewjerodonezk angrenzenden Ortschaft gemeldet.

Krieg in der Ukraine

Blick informiert im Ticker Live über die aktuellen Entwicklungen in der Ukraine.

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Krim-Chef: Kiew attackiert Gasförderplattformen im Schwarzen Meer

Die ukrainische Küstenverteidigung hat prorussischen Angaben zufolge schwimmende Gasförderplattformen im Schwarzen Meer mit Raketen angegriffen. Bislang seien 21 Menschen gerettet worden, sagte Krim-Chef Sergej Aksjonow im russischen Staatsfernsehen. Insgesamt hätten sich auf den Plattformen zuletzt 109 Menschen aufgehalten.

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Bei einem von drei Angriffen habe es Verletzte gegeben. Das ukrainische Militär kommentierte den Vorfall zunächst nicht. Unterdessen sei in der westrussischen Region Brjansk ein Mann durch Artilleriebeschuss verletzt worden, wie der dortige Gouverneur mitteilte.

Kreml nennt Litauens Transitbeschränkungen nach Kaliningrad «illegal»

Der Kreml hat Litauens Beschränkungen des Bahntransits zwischen der zu Russland gehörenden Ostsee-Exklave Kaliningrad und dem russischen Kernland als «illegal» kritisiert. «Diese Entscheidung ist wirklich beispiellos und stellt eine Verletzung von allem dar», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge.

Litauen hat seit Samstag den Bahntransit von Waren über sein Territorium nach Kaliningrad verboten, die auf westlichen Sanktionslisten stehen. Dies betreffe 40 bis 50 Prozent aller Transitgüter, wie Baumaterialien und Metalle. Peskow sprach von «Elementen einer Blockade».

EU-Chefdiplomat rechnet mit Deal zu Getreideexporten aus der Ukraine

Die Blockade der ukrainischen Schwarzmeerhäfen durch die russische Marine könnte nach Einschätzung des EU-Aussenbeauftragten Josep Borrell gelöst werden. «Wir kommen voran und (...) ich bin mir sicher, dass die Vereinten Nationen am Ende eine Einigung erzielen werden», meinte er.

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Zum Zeitpunkt einer möglichen Einigung sagte Borrell, er könne sich nicht vorstellen, dass es noch viel länger dauern werde. Wenn doch, werde Russland dafür verantwortlich sein. Die Blockade von Getreideexporten sei ein «echtes Kriegsverbrechen».

UN-Welternährungsprogramm: 345 Millionen akut hungernde Menschen

Auch wegen des Ukraine-Krieges und des dadurch fehlenden Getreides wird die Hungerkrise in Teilen der Welt immer schlimmer. Das UN-Welternährungsprogramm (WFP) zählt aktuell 345 Millionen Menschen in 82 Ländern, die akut Hunger leiden. Das sind rund 200 Millionen Menschen mehr als noch vor der Corona-Pandemie und dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine. Betroffen ist vor allem Afrika.

(SDA)

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