Er soll bei Überfall in Bern 645 000 Franken erbeutet haben Bankräuber Enzo G.* in Thailand verhaftet
Er versteckte sich fernab von der Heimat im thailändischen Strandparadies Hua Hin. Am ganzen Körper liess sich Enzo G.* (42) dort Tattoos stechen, um nicht erkannt zu werden.
Doch heute morgen endet die zweimonatige Flucht des Berners: Die thailändische Polizei nimmt den Mann in seinem Haus fest. Ihm wird vorgeworfen, in der Heimat eine Bankfiliale bewaffnet ausgeraubt zu haben.
Mit Pistole Angestellte bedroht
So soll der Überfall passiert sein: An einem Montagmorgen Mitte März betritt G. die Bank in Lützelflüh BE, offenbar mit einer weiblichen Komplizin. Mit einer Mütze maskiert tritt er auf eine Angestellte zu, bedroht sie mit einer Pistole. Rund 645 000 Franken stopft der Täter in eine schwarze Tasche. Dann flieht er Richtung Bahnhof.
«Trotz den umgehend eingeleiteten Fahndungsmassnahmen konnte die Täterschaft nicht angehalten werden», schreibt die Kantonspolizei einen Tag später. Sie publiziert Bilder des Täters, damals noch ohne Tättowierungen, und gibt Erkennungsmerkmale heraus. Dennoch bleibt die Suche nach dem 42-Jährigen mit Berner Akzent erfolglos. Bis heute morgen.
20 Autos und Motorräder in Villa versteckt
Gegenüber «AP» bestätigt Tharit Pengdit, Chef der Spezialeinheit, die Verhaftung des Schweizers. G. soll direkt nach der Tat geflüchtet sein. In Thailand lebte er mit seiner einheimischen Frau in einer Villa.
Die Beamten konnten 60'000 Franken Bargeld sicherstellen. Ausserdem fanden sie Gold im Wert von etwa 10'000 Franken sowie 20 Autos und Motorräder. Ein Konto mit mehr als 100'000 Franken soll sofort eingefroren werden. Laut Pengdit liefert Thailand G. nun an die Schweizer Behörden aus.
Die Kantonspolizei Bern bestätigt die Festnahme in Hua Hin. «Der Tatverdächtige befindet sich zurzeit in Thailand in Haft», heisst es in einer Mitteilung. Eine Frau, die verdächtig ist, ebenfalls mit dem Raub in Verbindung zu stehen, befindet sich bereits in Untersuchungshaft in der Schweiz.




