Heimleiter Bernhard B. (†53) in Spiez erstochen Höchststrafe auch für den Sohn des Haupttäters

Das Jugendgericht des Kantons Bern hat Jesse D. (20) für den zweifachen Mord an einem Spiezer Heimleiter und dessen Freundin für schuldig erklärt. Er muss 48 Monate hinter Gitter.

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Jesse D. hatte den Mord zusammen mit seinem Vater Massimo D. (48) begangen. Dieser hat vom Regionalgericht Oberland in Thun bereits die Höchststrafe erhalten: Lebenslang mit anschliessender Verwahrung. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und wird vom Angeklagten weitergezogen.

Der Ex-Pöstler aus Bern und sein Sohn massakrierten Heimleiter Bernhard B.* (†53) und dessen Freundin Rita B.* (†51) im Mai 2013 mit über 100 Messerstichen.

Die 48 Monate Freiheitsentzug für Jesse D. sind die im Jugenstrafverfahren vorgesehene Höchststrafe. Zusätzlich hat das Jugendgericht eine psychotherapeutische Behandlung angeordnet. Ein Gutachten attestierte dem Sohn eine verminderte Schuldfähigkeit – diese hat das Gericht berücksichtigt, ohne die Strafe zu reduzieren.

Der Sohn hatte im Jahr 2003 mehrere Wochen in dem Heim in Spiez BE verbracht und sich dort ungerecht behandelt gefühlt. Der Vater hatte schon damals Morddrohungen gegenüber dem Heimleiter ausgestossen.

Zehn Jahre später schritten Vater und Sohn dann zur Tat und metzelten den Heimleiter nieder. Seine Freundin wurde als unliebsame Zeugin der Tat ebenfalls umgebracht.

Eisernes Schweigen

Vater und Sohn konnten erst 18 Monate nach der Tat gefasst werden. Sie schwiegen beide zur Tat. Mit einer Ausnahme: Der Sohn äusserte sich gegenüber einer Psychiaterin Monate nach der Festnahme dahingehend, dass er die Tat allein verübt habe.

Dieser Version schenkte das Jugendgericht indessen keinen Glauben, wie aus einer Mitteilung der Institution vom Montag hervorgeht. Das Jugendgericht verurteilte den jungen Mann zu der laut Jugendstrafrecht höchstmöglichen Strafe von 48 Monaten Freiheitsentzug.

Die geschlossene Unterbringung geht der Strafe vor. Der junge Mann wird daher nach Rechtskraft des Urteils unverzüglich den Massnahmenvollzug antreten. (SDA)

Publiziert am 19.12.2016 | Aktualisiert am 19.12.2016
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2 Kommentare
  • Reto  Wenger , via Facebook 19.12.2016
    48 Monate für solch ein Verbrechen. Das Jugendstrafrecht muss dringendst überholt und den heutigen Gegebenheiten angepasst werden.
  • Arthur  Furter 19.12.2016
    Die Schweizer Gesetzte und Rechte sind oft mehr als nur fragwürdig. Opfer zahlen und Täter geniessen Therapien. Gläubiger haben weniger Rechte als Schuldner und so weiter. Toll, nicht?