«Form der Reisekrankheit» Wieso wird mir bei Virtual-Reality-Videos schlecht?

Wie bewege ich mich in der virtuellen Realität, ohne dass mir schlecht wird? So wirkt sich die Technik auf unseren Körper aus - und so können wir dagegen vorgehen.

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Für einige Menschen ist Virtual Reality zu real, sie klagen über Übelkeit, Schwindel und Kopfschmerzen. Laut Giovanni Bertolini (35), Leiter der Forschungsgruppe Swiss Space Travel and AiR Sickness am Universitätsspital Zürich, kann auch temporäre Schläfrigkeit, Stimmungsschwankungen, Apathie und Konzentrationsschwäche auftreten.

«Die Übelkeit ist eine Form der Reisekrankheit, die durch die visuell wahrgenommene Bewegung anstelle der tatsächlichen Bewegung induziert wird», erklärt Bertolini. «Mehrere sensorische Systeme werden von unserem Gehirn verwendet, um zu bewerten, wann wir uns bewegen und wann wir ruhig sind. Die wichtigsten sind das Vestibularsystem, das Labyrinth im Innenohr, das unser Gleichgewicht bestimmt und das Sehvermögen.»

Bertolini Giovanni ist Leiter der Forschungsgruppe Swiss Space Travel and AiR Sickness (SSTARS) am Universitätsspital Zürich. play
Bertolini Giovanni ist Leiter der Forschungsgruppe Swiss Space Travel and AiR Sickness (SSTARS) am Universitätsspital Zürich. zvg

Wenn wir uns bewegen, verändert sich das, was wir sehen, und unser Gehirn verwendet diese Informationen, um unsere eigene Bewegung zu berechnen: «Die Informationen aus verschiedenen sensorischen Systemen werden aus dem Gehirn kombiniert, um Zweideutigkeiten und Illusionen zu lösen. Wenn wir zum Beispiel in einem Zug sitzen, aus dem Fenster schauen und sehen, dass sich der Zug nebenan bewegt - wir brauchen ein paar Sekunden um zu realisieren, dass nicht unser Zug fährt, sondern der nebenan.»

Bei Virtual Reality tritt die Reise- beziehungsweise Bewegungskrankheit auf, weil unser Gehirn einen Moment braucht, um zu verstehen, dass sich nur das Gesehene bewegt. «Wenn ich zum Beispiel meinen Kopf zur Seite drehe, aktualisiert sich das Bild auf dem Bildschirm nicht mit der gleichen Geschwindigkeit. Noch schlimmer wird es, wenn wir in der virtuellen Welt vorankommen, unser Gehirn aber denkt, wir sitzen auf unserem Stuhl.»

Arijana Walcott ist VR-Spezialistin und arbeitet für die Swisscom als Business Development Manager im kalifornischen Sillicon Valley. play
Arijana Walcott ist VR-Spezialistin und arbeitet für die Swisscom als Business Development Manager im kalifornischen Sillicon Valley. zvg

Viele Pausen, regelmässig atmen

Was tun, wenn einem schlecht wird? «Am besten fixiert man seinen Blick, vermeidet ruckartige Bewegungen und verankert beide Füsse fest im Boden. Wenn einem übel ist, sollte man viele Pausen machen und auf die regelmässige Atmung achten», erklärt Arijana Walcott (32), VR-Spezialistin bei Swisscom.

Giovanni Bertolini ergänzt: «VR-Brillen sind im Wesentlichen identisch mit dem Bildschirm eines Mobiltelefons. Es ist sinnvoll, die Brille nicht zu lange zu tragen und lange Pausen zu machen. Sobald erste Symptome auftauchen, die Brille sofort ablegen und erst am nächsten Tag wieder versuchen. Auf diese Weise kann das Gehirn langsam lernen, den Konflikt zwischen der virtuellen und der realen Welt zu tolerieren.»

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Publiziert am 02.12.2016 | Aktualisiert am 19.01.2017
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