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CH-Hits: SF und die Skandälchen

ZÜRICH – Tic Tac Toe und Boney M. als grösste Aufreger der Musik-Geschichte? Ziemlich lasch. Dabei hätte das Schweizer Fernsehen aus dem Vollen schöpfen können.

Aktualisiert um 21:13 | 20.11.2009
Wenn schon Sex, dann bitte richtig: Jane Birkin stöhnte sich 1969 im Duett mit Serge Gainsbourg auf «Je t´aime…moi non plus» praktisch zum Orgasmus – und auf den Index. (Getty)
Entgegen aller Gerüchte hat Frank Zappa († 1993) nie seine Notdurft auf der Bühne verrichtet. Allerdings wurde er 1972 von einem Fan attackiert und schwer verletzt. Die Band meinte zuerst, Zappa wäre gestorben. (RDB)
Sid Vicious, der Bassist der Sex Pistols, erstach im Drogenrausch 1979 seine Freundin Nancy Spungen. Kaum aus der Untersuchungshaft entlassen, setzte sich Vicious zur Feier des Tages einen Schuss – es wurde der goldenen. (AP)
Madonna und der schwarze Jesus im Clip von «Like A Prayer» (1989) liessen viele Leute rot sehen. Das Ganze ist gerade einmal 20 Jahre her. (ZVG)
Sinead O´Connor zerriss 1992 vor laufenden Kameras ein Bild des Papstes, um gegen das Verschweigen der katholischen Kirche von Kindsmissbrauchsfällen zu protestieren. Wegen der darauf folgenden Anfeindungen zog sich die Irin aus dem Musik-Business zurück. (Keystone)
Falco († 1998) sorgte mit «Jeanny» für einen handfesten Skandal: Es kamen Vorwürfe auf, das Lied verharmlose und verherrliche Vergewaltigung, die (reale) Nachrichtenstimme im Song weckte zudem den Verdacht, dass «Jeanny» an die Serienmorde von Jack Unterweger angelehnt sein könnte. (RDB)
Trompeter Stefan Mross (33) dürfte wohl den meisten abstimmenden Zuschauern von «Die grössten Schweizer Hits» bekannt sein. Bei Mross hält sich hartnäckig das Gerücht, dass er live nicht selbst ins Horn stösst. Vor Gericht weigerte er sich stets, sein Können an der Trompete zu beweisen. Schliesslich verglich ein Musik-Professor sein Spiel mit dem von Alexandre Malempré – der Belgier behauptete, dass sechs Stücke auf Mross´ CD von ihm eingespielt seien. Das Fazit des Professors: Mross sei ein «stümperhafter Trompeter». (RDB)
Nipplegate (2004): Der berühmteste «Garderobenfehler» aller Zeiten. Justin Timberlake riss an Janet Jacksons Oberteil, deren entblösste Brust wurde durch ein «Nippleshield» teilweise verdeckt – der Verkauf von Piercings stieg in den USA daraufhin sprunghaft an. Der ausstrahlende Sender CBS einigte sich auf eine Vergleichszahlung in Höhe von 3,5 Millionen Dollar, um einer Busse zu entgehen. (RDB)
DJ Bobo mit «Vampires Are Alive» am «Eurovision Song Contest» im Jahr 2007. Der Skandal war nicht die Schweizer Nummer, sondern anscheinend der Text. Die bibeltreuen Politiker von der EDU forderten den Rückzug des Beitrags, weil dieser «eine Gefahr für suizidgefährdete Jugendliche» darstelle. Hätte man ja auch beim Nerv-Song «Chihuaha» denken können… (RDB)
Drogen-Rocker Pete Doherty bespritzte 2007 Kameraleute mit seinem Blut. Einfach nur dämlich. (Worth1000.com)
Bligg steht mit «Rosalie» im Finale von «Die grössten Schweizer Hits». Dumm nur, dass das Lied nicht aus seiner Feder stammt, sondern von Walter Alder senior komponiert wurde. (RDB)
Ein netter Skandal, der sogar auf dem Mist des Schweizer Fernsehens gewachsen ist: Gölä steigt dieses Jahr aus der laufenden Staffel MusicStar aus – bei «Die grössten Schweizer Hits» taucht er trotz Nomination nicht auf. (SF)
Eigentlich könnte man gleich das ganze Oeuvre von Rammstein anführen: Ob Nekrophilie («Heirate Mich»), Sadomasochismus («Bück dich»), Inzest («Spiel mit mir»), Missbrauch («Tier») oder Kannibalismus («Mein Teil») – die Krawall-Krauts lassen nichts aus. Aber wer sich nach einem Ort benennt, an dem es 1988 zum Drama während einer Flugschau kam, kann wohl nicht anders. (ZVG)
«Sex, Drugs & Rock´n´Roll» – mehr als leere Worte. Als man bei «Die grössten Schweizer Hits» Skandale aus der Welt der Musik ankündigte, freute man sich auf prickelnde Geschichten. Geboten wurden dann allerdings weder Sex (zumindest im postpubertären Sinn), noch Drogen – und Rock´n´Roll schon gar nicht.

Natürlich kamen die Playback-Könige von Milli Vanilli zum Zug. Auch Frankie Goes To Hollywood fanden mit ihrer Masturbations-Hymne «Relax» ein Plätzchen. Boney M. schafften es in die Sendung, weil Sänger Bobby Farrell eben doch keiner war. Und Tic Tac Toe? Ein Titel wie «Verpiss dich» war schon damals kein Skandal, und heute gehts bei jedem Hip-Hopper viel deftiger zur Sache.

Dabei ist der Fundus an Skandalösem in der Rock- und Pop-Geschichte beinahe unerschöpflich. In der Diashow finden sich einige Beispiele, die wirklich für Aufsehen sorgten und immer noch sorgen. (zeb)
Tic Tac Toe. (ZVG)
Frankie Goes To Hollywood. (RDB)
Boney M. (RDB)
Milli Vanilli.
«Die grössten Schweizer Hits» – Die Besten 2009. (ZVG)
«Die grössten Schweizer Hits» – Die Besten 2009. (ZVG)
«Die grössten Schweizer Hits» – Chinderlieder. (ZVG)
«Die grössten Schweizer Hits» – Chinderlieder. (ZVG)
«Die grössten Schweizer Hits» – Lustig & Witzig. (ZVG)
«Die grössten Schweizer Hits» – Lustig & Witzig. (ZVG)
«Die grössten Schweizer Hits» - Winterzeit & Weihnachtszeit. (ZVG)
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