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Ke$ha: «Ich möchte Schweizer Jungs vernaschen!»

Gemütlich sitzt US-Sängerin Ke$ha (22), die mit ihrer Single «TiK ToK» und ihrem Album «Animal» die Schweizer Charts regiert, in der Zürcher Longstreet Bar. Aber: «Ich bin ein wildes Tier!»

Von Gabriel Brönnimann | Aktualisiert um 13:13 | 09.02.2010
Ke$ha. (Toini Lindroos)
Ke$ha. (Toini Lindroos)
Ke$ha. (Toini Lindroos)
Ke$ha. (Toini Lindroos)
Ke$ha. (Toini Lindroos)
Ke$ha. (Toini Lindroos)
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BLICK: Schönes Def-Leppard-T-Shirt. Sie stehen auch auf Hard-Rock?
Ke$ha: Ich liebe alle möglichen Musikrichtungen. Mein Album ist ja auch ein Mashup von allen möglichen Dingen. Meine Mutter machte Country, also liebe ich Country-Musik. Dann White Girl Rap, logischerweise. Und die Beastie Boys, meine Helden. Und dann natürlich mein Ding – einfach «rock out with your cocks out»! Dazu Dance, und Pop. Wenn Sie wollen eine Mischung aus der frühen Madonna und The Cars.

Seit wann wissen Sie, dass Sie das tun wollen?
Seit immer. Und ich wusste einfach: Du musst immer weitermachen. Irgendwann schaffst dus. Weil ich wusste, dass ich es draufhabe. Und ich habe riesiges Glück – ich bin ja erst 22. Es fühlt sich zwar an, als hätte es ewig gedauert bis ich jetzt so weit bin. Ich war ja 17, als ich die Highschool schmiss, um das hier zu tun.

Klingt sehr nach dem American Dream.
Nun, wie Sie wollen. Ich bin den Menschen dankbar, die meine Musik mögen. Es ist einfach grossartig, weil ich jeden Song auf dem Album geschrieben habe. Und als ich in meiner winzigen Wohnung hockte, Songs auf meinem Mac auf Garage Band tüftelte, da dachte ich nicht daran, dass das, was ich erlebt hatte – die dummen Dinge, die geilen Dinge, die guten, die schlechten, die lustigen Dinge – wenn Sie so wollen, der ganze Wahnsinn meines ganzen Lebens – irgendjemanden interessieren könnte. Es ist wirklich seltsam, denn all das ist ja eigentlich ziemlich privat. Und jetzt kennen sehr viele Menschen ziemlich intime Details über mich. Aber ich hab die Songs nicht geschrieben mit dem Gedanken, Nummer 1 zu werden. Aber schon mit der Hoffnung, dass es Leute gibt, denen sie gefallen. Das macht mir auch Freude: Die Leute sollen Spass haben.

Manche Dinge, die Sie in Ihren Songs beschreiben, sind ja ziemlich unglaublich. Haben Sie wirklich in Paris Hiltons Schrank gekotzt?
Ja. Hab ich. Mein Gott. (lacht)

Was hat sie gesagt?
Ich kann mich nicht erinnern. Wir hatten diese Riesenparty in ihrem Haus, ich habe als Backgroundsängerin auf ihrem Album gesungen, musste ja schliesslich irgendwie meine Miete bezahlen. Na ja. Ich tanzte wohl etwas zu hart, war etwas zu wild. Kotzte in den Schrank. Dachte, es sei das WC (lacht). Und dann türmte ich. Das war eher mies von mir. Angeblich hat Paris unterdessen gesagt, sie sei mir nicht böse.

Von Ihnen hört man auch, Sie hätten lange ein ziemlich hartes Leben gelebt. Mussten Esswaren stehlen, um durchzukommen.
Nun, ich war völlig pleite. Aber ich schlug mich halt durch, ja. Ich finde, «hartes Leben» trifft es nicht ganz. Ich schrieb jeden Tag Songs. Arbeitete mal als Kellnerin, wurde entlassen. Dann als Hostess, wurde entlassen. Dann im Tele-Marketing – und ja, ich wurde entlassen. Aber hart war es nicht unbedingt. Ich war so glücklich, ich habe diesen Zustand umarmt. Ich sah immer noch blenden aus, hatte jede Menge Spass, Super-Partys, grossartige Freunde überall, tolle Typen – ich hatte, obwohl niemand von uns je Geld hatte, eine tolle Zeit. Und in diesem Zustand hab ich die Platte geschrieben. Es ist ja eine Art Hymne auf den Zustand des Jung- und Pleite-Seins. Herrlich.

Das hört man. Der Zustand des Alt- und Pleite-Seins beschäftigt sie wohl nicht so sehr. Der ist wohl – gerade in der aktuellen Wirtschaftslage – weniger herrlich.
Da haben Sie absolut Recht. Das ist nicht lustig. Aber man kann natürlich alles positiv oder negativ anschauen. Und ich habe mich auf meine Situation fokussiert, und ich habe entschieden, alles positiv zu sehen. So bin ich. Ich denke, das ist auch der Schlüssel zum Erfolg. Ich mache auch aus eigentlich erbärmlichen Situationen einen Witz, damit es nachher positiv ist. Ja, es war hart, auch für meine Mutter – aber die Platte ist eine Feier des Lebens. Spass haben, darum gehts auf der CD. Und darum, dass man sich nicht von materiellen Dingen runterziehen lassen soll. Es geht darum, den Moment zu leben, zu zelebrieren, und der Rest ist doch völlig egal.

In gewisser Weise auch etwas Punk. Vielleicht nicht «No Future», aber immerhin «Present Only».
Yeah. Es geht letztlich um das Animalische. Wie auch im Titeltrack des Albums. Darum, dass wir eben alles annehmen sollen – auch das Beschissene. Was auch immer – überlebs, geniess es. Den Moment. Die meisten denken ja, der Titel des Albums sei «Animal», weil ich ein Partytiger bin. Aber ich bin ein Tier. Ich bin wirklich ein Tier. Sind wir ja eigentlich alle. Aber viele vergessen das, wegen all dem materiellen Müll.

Und wie verhindern Sie, ein «Material Girl» zu werden?
Also da ist natürlich mal die Musik. Aber ich gehe auch viel raus in die Natur. Ich bin viel im südamerikanischen Dschungel. Campen, Mountainbiken, Wandern. Und natürlich Tauchen. Ich gehe mindestens zwei Mal im Jahr. Honduras. Ich habe das «Advanced»-Brevet im Tauchen – am liebsten tauche ich nach alten Schiffs-Wracks.

Wie bringen Sie das zusammen – Ihre animalische Seite, die die Natur liebt, und die Musik, die Sie machen, die definitiv mehr nach Grossstadt und Elektronik klingt?
Ich bin halt kein Hippie, Mann! (lacht) Ich wüte, ich will Party! Ich... nun, ich bin halt definitiv eher ein wildes Tier.

Sie kommen bald wieder in die Schweiz.
Ja, für die Swiss Music Awards. Schade, dass ich jetzt nur so kurz da bin. Ich habe hier vieles vor: Ich möchte viel Schweizer Käse essen. Ich lieeebe Käse! Und ich möchte Schokolade und Schweizer Jungs vernaschen!
Ke$ha. (Sony Music)
Kesha. (Sony Music)
Ke$ha. (Sony Music)
Ke$ha. (Sony Music)
Ke$ha. (Sony Music)
Kesha. (Sony Music)
Kesha. (Sony Music)
Ke$ha. (Sony Music)
Das sagen Blick.ch-Leser
Karl Burkhardt, Oberscherli - 13:54 | 09.02.2010
» Was man (bzw. Frau) nicht alles tut, um in die Schlagzeilen zu gelangen... Dazu: reden ist Silber, handeln ist Gold. Aber die Frau ist nicht mein Typ.
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