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Status Quo: «Ich bin heterosexuell – eine Schande!»

BLICK sprach mit Status Quo-Frontmann Francis Rossi (60) über sexuelle Ausrichtung, Haare, Ausserirdische und den Eurovision Song Contest.

Von Peter Padrutt und Nicole Freudiger | Aktualisiert um 11:14 | 19.05.2009
Verteilen sich gegenseitig Komplimente: Jungrocker Roger Vivian (l.) und Rocklegende Francis Rossi. (Toini Lindroos)
Verteilen sich gegenseitig Komplimente: Jungrocker Roger Vivian (l.) und Rocklegende Francis Rossi. (Toini Lindroos)
BLICK: Francis Rossi. Sie haben ihre Haare abgeschnitten. Weg mit alten Zöpfen?
FRANCIS ROSSI: Ja, ich fühle mich rebellisch. Ich hatte, seit ich 16 war, keine kurzen Haare mehr. Ehrlich gesagt wurden die langen Haare auch immer lächerlicher. Meine Haare fallen mir aus, schauen sie (zeigt seine Glatze).

Welche Frisur mögen sie lieber?
Ich mag beide. Früher war ich ein Lang-Haar, jetzt bin ich ein Kurz-Haar.

Sie haben mit Roger Vivian von der Luzerner Band Vivian eine Single aufgenommen. Wie haben Sie sich kennengelernt?
Am Openair in Huttwil. Vivian spielten gerade, als wir ankamen. Ich hörte gleich, dass die Band gut war, das Publikum mitging. Nach dem Auftritt kamen wir ins Gespräch. Ich wollte Vivian unterstützen und so luden wir sie ein, mit uns auf Tour zu kommen.

Was überzeugte Sie an Vivian?
Wir waren sehr beeindruckt von ihrer professionellen Einstellung. Sie waren nie zu spät, haben eine positive Einstellung. Sie denken nicht, dass Rock’n’Roll nur aus Sex’n’Drugs und Fernseher aus dem Fenster schmeissen besteht. Es geht um die Musik. Der Rest ist Bullshit. Und ich mag sie einfach, ich kann nichts dagegen tun.

Er könnte ihr Sohn sein.
Nein, meine Söhne sind gutaussehend (lacht).

Gehen sie nach getaner Arbeit zusammen Rösti essen?
Ich liebe Rösti. Gestern und vorgestern haben wir Rösti zu Abend gegessen. Übrigens kann ich auch zu Hause Rösti essen. Paul Camilleri, ein Schweizer Blues-Musiker, hat mir mal einen ganzen VW-Bus voller Rösti nach England gebracht. Meine Familie und ich haben den halben Tag lang Rösti ausgeladen!

Ihre gemeinsame Single heisst «Wanna Go To Mars». Wollen Sie wirklich zum Mars?
Natürlich. Überhaupt in den Weltall. Ich bin überzeugt, dass es überall im All intelligentes Leben gibt. Wir Menschen denken immer, wir seien so wunderbar. Aber wir sind bestimmt nicht die einzigen intelligenten Lebewesen.

Und würden Sie Roger Vivian mitnehmen?
Machen Sie Witze? Ich würde natürlich eine Frau mitnehmen. Ich bin heterosexuell, eine Schande, aber so bin ich nun mal.

Sie sind jetzt 60 und geben mit Status Quo immer noch über 100 Konzerte im Jahr...
Dieses Jahr sind es 80 oder 90.

Das sind immer noch viele...
Nicht für mich. Ich bin es gewohnt, auf Tour zu gehen. Und ich liebe es.

Herrscht bei ihnen zu Hause auch der Rock´n´Roll?
Nein, gar nicht. Ich bin ein langweiliger Mensch. Gehe nicht viel aus. Ich trinke nicht. Ich schaue kein Fussball.

Und jetzt haben sie nicht einmal mehr lange Haare...
Sind lange Haare jetzt langweilig oder nicht? Jesus hatte doch auch lange Haare. War Jesus langweilig? Langweilig oder nicht, ich bin ein Gewohnheitstier. Morgens mach ich Fitness, dann gibts Mittagessen und am Nachmittag gehe ich dann noch ins Ton-Studio.

Haben Sie nie daran gedacht, mit einem Ihrer Söhne Musik zu machen?
Nun, ich habe schon daran gedacht, bin aber nicht sicher, ob das eine gute Idee wäre. Alle denken, dass Leute mit berühmten Eltern es einfacher hätten. In Tat und Wahrheit haben sie es aber schwerer. Ich glaube auch nicht, dass das bei den Leuten gut ankommen würde.

Zu einem ganz anderen Thema: am Samstag war Eurovision Song Contest. England ist angetreten mit einem Song der Musical-Legende Andrew Lloyd Webber. Und hat es auf den fünften Rang geschafft.
Ja, trotzdem: Habe zum ersten Mal seit Jahren einen Teil davon gesehen. Der ESC ist Shit, war es schon immer und wird es immer sein. Jeder scheint Aufmerksamkeit gewinnen zu wollen, indem er so verrückte Sachen macht. Es geht nicht um die Songs. Und die Leute sind stinksauer, weil sie sich nicht an den Song erinnern können.

Sie könnten ja nächstes Jahr gemeinsam mit Vivian an den ESC. Das wäre doch für die Schweiz und für England ein Gewinn.
Unbedingt! Nein, das tun wir nicht. Die Teilnahme am ESC hatte auf die meisten Karrieren einen sehr schlechten Einfluss. Ein Mädchen, das gestern teilgenommen hat, soll eine Hypothek auf ihre Wohnung aufgenommen haben, um nach Moskau gehen zu können. Das ist doch lächerlich.

Wie geht es denn jetzt weiter mit ihrer Zusammenarbeit mit Vivian?
Jetzt promoten wir mal die Single. Am 22. August geben wir (Status quo) ein Konzert im Zürcher Hallenstadion und Vivian ist die Vorband.

Was sagt denn Rick Parfitt zu ihrem Projekt mit Vivian?
Rick interessiert sich nicht so für diese Dinge.

Und wann schneidet er die Haare ab?
Das hat er schon. Im Unterschied zu mir hat er aber keine Glatze, seine wachsen nach, meine nicht.
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