Taubman: «Mein Elvis singt nicht»
Viele Schweizer mischen im neuen Bond mit. Die grösste Rolle spielt Anatole Taubman (38) als Bösewicht Elvis. Im BLICK-Verhör sang er seine Geheimnisse aus.
Von Gabriel Brönnimann | Aktualisiert um 11:17 | 13.05.2008
Böse Bond-Jungs unter sich: General Modrano (Joaquin Cosio), Dominic Greene (Mathieu Amalric), Elvis (Anatole Taubman), und Leutnant Orso (Jesus Ochoa) treffen sich im haitianischen Hafen. (Karen Ballard)
BLICK: Herr Taubman, Wie fühlt es sich an, ein Teil des James-Bond-Universums zu sein?
Anatole Taubman: Es ist fantastisch, eine andere Dimension. Ich war zwar schon an grossen Sets, aber das schlägt alles, es ist ein Imperium. Das fühlt man. Man fühlt aber auch den Druck, dass etwas Gutes dabei rauskommen muss. «Casino Royale» war ein Riesenerfolg, und es hat dem Genre eine neue Richtung gegeben, grossen Realismus. Ich bin sicher, dass Marc Forster diese Richtung noch weiter vertiefen wird.
Mit Ihnen hat die Schweiz plötzlich einen neuen Hollywoodstar!
Ach, Hollywoodstar... Ich bin glücklich für die Schweiz, und einen schweizerischeren Bond hat es mit all den Schweizer Beteiligten wohl noch nie gegeben.
Hat sich Ihre Karriere durch die 007-Rolle schon merklich verändert?
Gott sei dank habe ich diese Rolle angenommen, als ich schon 10 Jahre im Geschäft war. Ich weiss genau, wie dieser Beruf funktioniert, und ich bin mir bewusst, dass es ein Leben vor Bond und ein Leben nach Bond gibt, und bleibe am Boden. Aber es ist normal, dass Türen aufgehen. Was genau passieren wird, werden wir sehen.
Sie spielen Elvis.
Ja. Cooler Name, he?
Beneidenswert. Gibt es direkte Referenzen zu Elvis Presley?
Mein Elvis singt nicht. Vielleicht unter der Dusche, aber das weiss man nicht. Aber da ist dieses seltsame Ding mit seinen Haaren – das wird Ihnen hoffentlich gefallen. Da hören die Parallelen zum echten Elvis auch schon auf.
Sie sind also nicht der King der bösen Buben?
Nun, ich diene dem King, Dominic Greene, der vom fantastischen Mathieu Amalric gespielt wird. Ich bin seine Begleitung. Eine leuchtende, verrückte, facettenreiche, glamouröse, farbige Begleitung. Ich spiele den König, bin es aber nicht. Man könnte vielleicht sagen: Elvis ist ein Tollpatsch, der denkt, er sei ein Superheld.
Klingt ja fast so, als hätte Elvis das Zeug dazu, so beliebt zu werden, dass er in einem nächsten Bond wieder auftritt!
Tja, das kommt natürlich drauf an, was am Ende mit ihm passiert (lacht).
Wie böse ist ihr Elvis?
Ist er denn böse? So, wie Elvis das sieht, kämpft er gegen die Bösen. Dieser Bond muss verschwinden (lacht). Im Ernst: Heute sind doch die wirklichen Bösewichter nicht mehr erkennbar. Es sind Menschen wie Sie und ich. Ist es ein Manager der Pharma-Lobby, der Öl-Lobby – wer kann es sagen? Viele denken, George Bush sei DER Bösewicht. Aber der sieht netter aus als ich. Dabei will ich doch nur die Welt retten! (lacht diabolisch).
Töten Sie für Ihren Boss?
Vielleicht, wer weiss... eigentlich ist Elvis dafür viel zu eitel, die Zeiten, als ihn sein Cousin Greene von der Strasse rettete, hat er hinter sich gelassen. Er hat eine Position erreicht, wo er sich nicht mehr selbst die Hände schmutzig machen möchte.
Haben Sie viele Freiheiten, Elvis so zu spielen, wie Sie möchten?
Marc Forster verlangt von jedem Schauspieler, immer hungrig zu bleiben, stets an neuen Facetten der Rolle zu basteln, damit der Charakter farbig bleibt. Am Ende hat man auch als Elvis das Gefühl, an einem Charakter gearbeitet zu haben. Vielleicht hat er jetzt sogar das Potential, dass sich jemand an ihn erinnern wird (lacht).
Wann haben Sie eigentlich erfahren, dass Sie die Rolle kriegen? An Weihnachten wie Bond-Girl Olga Kurylenko oder an Ihrem Geburtstag?
Weder noch, etwas früher. Ich habe ja am 23. Dezember Geburtstag. Sehr mühsam. Auch jetzt wo ich selbst Kinder habe. «Papi, Papi, hast du die Weihnachtsgeschenke gekauft?» – Ja und was ist mit meinem Geburtstag? (lacht)
Anatole Taubman: Es ist fantastisch, eine andere Dimension. Ich war zwar schon an grossen Sets, aber das schlägt alles, es ist ein Imperium. Das fühlt man. Man fühlt aber auch den Druck, dass etwas Gutes dabei rauskommen muss. «Casino Royale» war ein Riesenerfolg, und es hat dem Genre eine neue Richtung gegeben, grossen Realismus. Ich bin sicher, dass Marc Forster diese Richtung noch weiter vertiefen wird.
Mit Ihnen hat die Schweiz plötzlich einen neuen Hollywoodstar!
Ach, Hollywoodstar... Ich bin glücklich für die Schweiz, und einen schweizerischeren Bond hat es mit all den Schweizer Beteiligten wohl noch nie gegeben.
Hat sich Ihre Karriere durch die 007-Rolle schon merklich verändert?
Gott sei dank habe ich diese Rolle angenommen, als ich schon 10 Jahre im Geschäft war. Ich weiss genau, wie dieser Beruf funktioniert, und ich bin mir bewusst, dass es ein Leben vor Bond und ein Leben nach Bond gibt, und bleibe am Boden. Aber es ist normal, dass Türen aufgehen. Was genau passieren wird, werden wir sehen.
Sie spielen Elvis.
Ja. Cooler Name, he?
Beneidenswert. Gibt es direkte Referenzen zu Elvis Presley?
Mein Elvis singt nicht. Vielleicht unter der Dusche, aber das weiss man nicht. Aber da ist dieses seltsame Ding mit seinen Haaren – das wird Ihnen hoffentlich gefallen. Da hören die Parallelen zum echten Elvis auch schon auf.
Sie sind also nicht der King der bösen Buben?
Nun, ich diene dem King, Dominic Greene, der vom fantastischen Mathieu Amalric gespielt wird. Ich bin seine Begleitung. Eine leuchtende, verrückte, facettenreiche, glamouröse, farbige Begleitung. Ich spiele den König, bin es aber nicht. Man könnte vielleicht sagen: Elvis ist ein Tollpatsch, der denkt, er sei ein Superheld.
Klingt ja fast so, als hätte Elvis das Zeug dazu, so beliebt zu werden, dass er in einem nächsten Bond wieder auftritt!
Tja, das kommt natürlich drauf an, was am Ende mit ihm passiert (lacht).
Wie böse ist ihr Elvis?
Ist er denn böse? So, wie Elvis das sieht, kämpft er gegen die Bösen. Dieser Bond muss verschwinden (lacht). Im Ernst: Heute sind doch die wirklichen Bösewichter nicht mehr erkennbar. Es sind Menschen wie Sie und ich. Ist es ein Manager der Pharma-Lobby, der Öl-Lobby – wer kann es sagen? Viele denken, George Bush sei DER Bösewicht. Aber der sieht netter aus als ich. Dabei will ich doch nur die Welt retten! (lacht diabolisch).
Töten Sie für Ihren Boss?
Vielleicht, wer weiss... eigentlich ist Elvis dafür viel zu eitel, die Zeiten, als ihn sein Cousin Greene von der Strasse rettete, hat er hinter sich gelassen. Er hat eine Position erreicht, wo er sich nicht mehr selbst die Hände schmutzig machen möchte.
Haben Sie viele Freiheiten, Elvis so zu spielen, wie Sie möchten?
Marc Forster verlangt von jedem Schauspieler, immer hungrig zu bleiben, stets an neuen Facetten der Rolle zu basteln, damit der Charakter farbig bleibt. Am Ende hat man auch als Elvis das Gefühl, an einem Charakter gearbeitet zu haben. Vielleicht hat er jetzt sogar das Potential, dass sich jemand an ihn erinnern wird (lacht).
Wann haben Sie eigentlich erfahren, dass Sie die Rolle kriegen? An Weihnachten wie Bond-Girl Olga Kurylenko oder an Ihrem Geburtstag?
Weder noch, etwas früher. Ich habe ja am 23. Dezember Geburtstag. Sehr mühsam. Auch jetzt wo ich selbst Kinder habe. «Papi, Papi, hast du die Weihnachtsgeschenke gekauft?» – Ja und was ist mit meinem Geburtstag? (lacht)
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