Ammann kämpft mit Problemen Simi, hast Du den Absprung verpasst?

Simon Ammann hat grosse Probleme. Er springt zu spät ab. Er fliegt zu kurz. Er landet schlecht. Und er denkt zu viel.

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Ausgerechnet vor dem Weltcup-Heimspiel in Engelberg (Samstag/Sonntag) stürzt Simon Ammann (35) ab. Mit der schlechtesten Saisonleistung verpasst er in Lil­lehammer den zweiten Durchgang. Eine einzige Frage stellt sich nach fünf Weltcup-Bewerben: Ist diese 20. Weltcupsaison die eine zu viel?

Davon will der Toggenburger nichts wissen. «Sicher, ich habe mir meinen Saisonstart anders vorgestellt. Diesen Rückschlag in Lillehammer muss ich wegstecken – und geduldig weiterarbeiten.»

Ammann hat es nicht einfach. Wenn sich in Engelberg der Knoten nicht löst, muss er Auskunft geben. Dann wird er sich in der Technik der Skifliegerei verheddern. Dann reden seine Trainer von einer Krise.

Angleiten, springen, landen. So simpel sich die Sportart Skispringen beschreiben lässt, so kompliziert ist sie zu verstehen. Für die Athleten ist es eine Psycho-Sportart.

Beispiel: Was macht ein Springer, wenn er nicht auf Weite kommt? Am besten nichts erzwingen. Nicht zu viel denken. Einfach geschehen lassen. Aber kann das Simon?

Er ist viermaliger Olympiasieger, zweifacher Weltmeister, Weltcup-Gesamtsieger und Gewinner von 23 Weltcupspringen. Und er hat an den Olympischen Spielen 2010 mit seiner Stabbindung die Sportart revolutioniert. Er hat hohe, vielleicht zu hohe Ansprüche.

Er soll sich an die Olympischen Spiele 2002 in Salt Lake City erinnern. Da sitzt er oben am Balken der Normalschanze. Zittert. «Ich lag nach einem ersten Sprung noch nie in Führung, ich habe noch nie gewonnen. Und jetzt muss ich da runter und Gold abholen.» Er hat es geschafft, weil er jede Chance packt.

Dann fliegt er fünf Jahre der Konkurrenz hinterher. Kann sich seine Schwächen, die Ergebnisse nicht erklären. Im Zielauslauf hat er oft traurige und feuchte Augen. Er ist verzweifelt. Die Konkurrenz hakt ihn ab. Dann die Weltmeisterschaften 2007 in Japan! Simon Ammann holt in Sapporo aus dem Nichts Gold.

Simi muss das Skispringen nicht komplizierter machen, als es ist. Er soll den ganzen Sprungablauf einfach geschehen lassen. Sein Muskelgedächtnis wird ihn nicht im Stich lassen. Einfach springen – und den Absprung treffen. Auf der neuen Titlis-Schanze in Engelberg – sie lässt Weiten von bis zu 150 Metern zu – fällt eine schlechte Landung weniger ins Gewicht.

Simon Ammann muss seinen Hang zur Perfektion auf die Seite stellen. Aufhören, Details in der Landung zu erzwingen. Am Ende seiner Karriere sollte er so routiniert sein, dass Schwierigkeiten in seinem Ablauf das Sprungsystem nicht mehr so sehr ins Wanken bringen.

Er weiss doch: Ein guter Flug im Training – und sein Muskelgedächtnis hat den optimalen Absprung wieder gespeichert. Dann wären es doch nicht die zwei Jahre zu viel.

Publiziert am 12.12.2016 | Aktualisiert am 15.12.2016
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20 Kommentare
  • Werner  Leuthold aus Carrera
    13.12.2016
    Hüüüpf, Simi, hüüüpf!

    Warum denn nicht, wenn das einem vierfachen Olympiasieger auf Rängen zwischen 25 und 50 Spass macht...
  • Mac  Weber 13.12.2016
    Ich habe nie verstanden, weshalb er die Landung änderte.
    Vorher war er ja erfolgreich damit.
  • Rocco  Martignoni , via Facebook 13.12.2016
    Es ist halt einfacher 250.000 im Jahr ohne Resultaten zu bekommen statt Arbeiten zu gehen.
  • H.   Heller aus Zürich
    13.12.2016
    Schade, er hätte schon vor Jahren, auf dem Höhepunkt zurücktreten sollen. Aber wie viele Sportler weiss er wohl nicht, was er danach anfangen soll. Dabei hat er sogar mal etwas studiert. Er könnte es ja mal mit Arbeit versuchen.
  • hans  zottel aus Dübendorf
    13.12.2016
    Lasst doch den Simi weiterhin Skispringen. Er kann dies noch 20 Jahre tun ohne das die Presse ihn nach jedem Springen gleich auf den Rücktritt ansprechen muss! Dies ist scheinbar etwas in Bode gekommen. Es gibt den idealen Rücktritt nicht, man sieht es jetzt bei Rosberg. Einige finden es grossartig andere als feige! Er hat uns viel Freude gemacht und womöglich gelingen ihm bald wieder bessere Resultate. Aber ich persönlich finde es grossartig, dass er seinen Sport weiterhin ausüben kann.