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Simon Ammann, der 27-jährige Doppel-Olympiasieger, ist das neuste Ösi-Opfer. Der Überflieger bringt die Austria-Adler ins Trudeln. Drei Siege in sechs Springen, Weltcup-Leader und mit 108 000 Franken grosser Preisgeld-Abräumer. Das passt den Ösis gar nicht.
Weil Simon Ammann einen Stock höher abhebt als die Konkurrenz, fliegt er auch weiter. Landete in Pragelato (139,5 m) im flachen Auslauf und wackelte. Er griff kurz in den Schnee. Für diese Landung und das Ausfahren bekam er von den Punktrichtern um 1,5 Punkte zu hohe Noten. Doch auch ohne «dieses Geschenk» hätte Simon knapp mit 0,2 Punkten Vorsprung vor Gregor Schlierenzauer (Ö) gewonnen.
Berni Schödler, jetzt Trainer bei den Russen, stand in Pragelato auf dem Punktrichterturm. «Ich sah den Verschneider von Simon bei der Landung. Dass er in den Schnee griff, war aber im Nebel nicht zu sehen.»
Ein Neider rät Springer Ammann, «menschliche Grösse zu lernen»
Der österreichische Cheftrainer Alexander Pointner wetterte: «Gregor ist der moralische Sieger. Wir fordern in Zukunft den Videobeweis in der Landungszone.»
FIS-Renndirektor Walter Hofer, selbst ein Österreicher, wehrt dieses Ansinnen entschieden ab. «Den Videobeweis brauchen wir nicht. Unsere Reglemente sind klar. Das Greifen in den Schnee mit der Hand wird nicht mehr als Sturz, sondern als unsauberes Ausfahren taxiert.» Statt maximal 7 Punkten Abzug (Sturz, flach im Schnee) gibt es nur noch maximal 3 Punkte Abzug.
Die Punktrichter aber werten nur das, was sie sehen. Und wenn sie bei Nebel nicht alles sehen, dann hätte der Bewerb auf der Olympiaschanze erst gar nicht stattfinden sollen. Wie der zweite Durchgang tags darauf, was den Österreichern aber auch nicht passte.
Sie glaubten mit Schlierenzauer endlich zum Sieg fliegen zu können. Wieder Pointner: «Die Verhältnisse waren die gleichen wie zu Beginn des Wettkampfs, ich sah keinen Grund, nicht auch einen zweiten Durchgang zu springen.»
ORF-Kommentator Armin Kogler (Weltmeister 1982) ist von Simon Ammann schwer enttäuscht. «Ammann hat nur in einem Nebensatz erwähnt, bei der Landung kurz in den Schnee gegriffen zu haben. Allerdings erst, nachdem die Fernsehbilder den Beweis lieferten.
Das ist vergleichbar mit einem Bankräuber, der seine Tat nur zugibt, wenn ihn die Polizei in flagranti erwischt», schreibt er in der «Tiroler Zeitung». Deswegen sei Ammann für ihn noch kein wirklich grosser Sportler. «Dafür muss er noch lernen, auch menschliche Grösse zu zeigen.»
Um zu gewinnen, kennen die Ösis selber wenig Skrupel. In den verschiedenen FIS-Komitees versuchen sie Einfluss zu nehmen. Um Änderungen sowie Reglemente auf ihre Athleten umzuschneidern. Aber das ist längst bekannt. Und wenn die Funktionäre damit nicht durchkommen, dann versuchen sie es auch mit Betrug.
Wie beim Weltcup-Springen 2005 in Willingen (De). Als Andreas Widhölzl den Anzug im Schritt herunterzog und die Hosenbeine über die Schuhspitzen spannte. Damit vergrösserte er die Tragfläche und flog weiter. Aber sein Trick wurde durchschaut.
Erwischt wie Widhölzl wurden auch die österreichischen Dopingsünder (Biathlon, Langlauf) um Ex-Trainer Walter Mayer bei den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin. ÖSV-Präsident Schröcksnadel kämpft seither verbissen um Aufklärung. «Turin war eine Falle», wurde er in der «Tiroler Tageszeitung» zitiert. «Die Tatsachen sind bekannt. Jeder kann sich selbst seinen Reim darauf machen, was wirklich passiert ist.»
Den machen wir uns. Und erinnern uns an seine Aussage, «Österreich ist ein zu kleines Land, um überhaupt zu wissen, wie man richtig dopt.» Radprofi Bernhard Kohl hat an der Tour 2008 mit CERA wohl die falsche Spritze erwischt.
Das ist Selbstverblödung pur, zumal Mayers Blutdoping schon vier Jahre zuvor aktenkundig wurde. Mit der «Blutbeutel-Affäre» in Salt Lake City 2002 wurde der damalige Trainer durch das IOC von Olympischen Spielen ausgeschlossen. In Turin soll sich Mayer nach österreichischer Darstellung nur als Privatmann aufgehalten haben …
Und der Nordisch-Bereich ist bei der Ski-Nation Österreich nicht die Ausnahme: Auch bei den Alpinen haben die Ösis schon versucht, ihren Schweizer «Erzrivalen» mit Protesten ein Schnippchen zu schlagen.
Auch an Carlo Janka versuchten Ösis ihr Mütchen zu kühlen
Zuletzt gar beim sensationellen Riesenslalom-Sieg von Carlo Janka am Samstag bei der WM-Hauptprobe in Val d’Isère. Janka sei beim zweiten Lauf nicht korrekt gestartet, monierte Alpin-Direktor Hans Pum.
Der Obersaxer müsse nach dem Videostudium von der Jury disqualifiziert werden, lautete Pums Wunsch. Die Jury und Renndirektor Günter Hujara kamen diesem vorweihnächtlichen Wunsch zum Leidwesen der Ösis und zum Glück für die Schweizer nicht nach.
Dass Pum nicht weiter insistierte, hatte vielleicht damit zu tun, dass bei einer Disqualifikation Jankas der Italiener Massimiliano Blardone und nicht ein Austria-Fahrer den Sieg geerbt hätte.
Janka ist nicht der erste Schweizer Alpine, an dem die Ösis in diesem Winter rütteln wollten. Auch am 30. November in Aspen hatten sie Helvetia im Visier. Die Schweizer Slalom-8. Aline Bonjour habe im zweiten Lauf einen Torfehler gemacht, monierten die österreichi-schen Nachbarn. Videostudien zeig- ten das Gegenteil.
Und Hugues Ansermoz, der Schweizer Frauen-Cheftrainer, sagte damals mit müdem Lächeln: «Die Österreicher suchen wohl jedes Mal nach einem Protest-Grund, wenn nicht eine ihrer Fahrerinnen gewinnt.»
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Überflieger Simon Ammanns Erfolg bringt die Austria-Adler ins Trudeln und weckt deshalb gegnerischen Ärger.