Küttel wird Weltmeister auf der Gross-Schanze!

  • Publiziert: 27.02.2009, Aktualisiert: 02.01.2012

LIBEREC - Andreas Küttel löst Simon Ammann als Weltmeister auf der Grossschanze ab. Der Einsiedler profitierte dabei vom Abbruch des Wettkampfes in Liberec nach nur einem Durchgang wegen Schneetreibens.

Jetzt ist auch Andreas Küttel Weltmeister. Der Einsiedler gewann das WM-Skispringen vor dem Deutschen Martin Schmitt und dem Norweger Anders Jacobsen mit nur einem einzigen Sprung.

Nach dem ersten Durchgang führte Küttel nach einem Flug auf 133,5 m mit lediglich 0,4 Punkten Vorsprung auf Martin Schmitt (De), der bei 133 m gelandet war. Die grosse Nervenprobe, die darauf folgte, war nicht auf die geringe Differenz zurückzuführen, sondern auf die Wetterkapriolen.

Entnervter Ammann freute sich letztlich doch

Es setzte teilweise heftiger Schneefall ein, der die Jury im Final dazu zwang, den Wettkampf abzubrechen, als noch elf Athleten am Anlauf standen und ein erzürnter Simon Ammann schon bei 110 m zur Landung kam.

Ammann gehörte nach dem Springen aber zu den ersten Gratulanten. Auch die Gegner gönnten dem diplomierten Turn- und Sportlehrer aus Einsiedeln diesen Triumph. Mit seinen knapp 30 Jahren ist Küttel einer der ältesten Athleten unter den Springern.
Auch der Neustart des Finals konnte nicht beendet werden. Nach der Hälfte der 30 Athleten kam es erneut zu einem wetterbedingten Unterbruch. Kurz darauf kam es zum Abbruch des Springens mit der Wertung nach nur einem Durchgang.

Simon Ammann, Titelverteidiger und WM-Bronzegewinner auf der Normalschanze, musste sich geschlagen geben. Der Toggenburger verlor nach dem ersten Sprung auf der Grossschanze als Achter bereits 9,6 Punkte auf den führenden Einsiedler.

Die zu den Favoriten gehörenden Österreicher Gregor Schlierenzauer und Weltmeister Wolfgang Loitzl landeten auf den Rängen 4 respektive 6.

Küttel hatte gutes Bauchgefühl

Andreas Küttel gab sich schon vor dem Wettkampftag zuversichtlich. Die Schanze liege ihm, gab er zu Protokoll. Er verliess sich bei dieser Aussage mehr auf sein Gefühl als auf die Statistik. «Der enge Radius im Anlauf erzeugt einen höheren Druck. Dies kann ich mit meiner elastischen Muskulatur gut abfedern und dann beschleunigen.»

Die bisherigen Resultate in Liberec sprachen für den Einsiedler. Zweimal Rang 3 und je ein 5. und 6. Platz resultierten bei seinen vier Weltcup-Starts im WM-Ort – so näherte er sich der heute gezeigte Leistung an, die ihn zum Weltmeister kürte. (si/ds)

Küttel vierter Schweizer Weltmeister

Andreas Küttel ist erst der vierte Schweizer Skisprung-Weltmeister der Geschichte. Die Vorgänger hiessen Marcel Reymond (1933 in Innsbruck), Simon Ammann 2007 in Sapporo sowie Walter Steiner mit seinen beiden Titeln 1972 und 1977 im Skifliegen.

Springen. Grossschanze. Schlussklassement:

1. Andreas Küttel (Sz) 141,3 (133,5).
2. Martin Schmitt (De) 140,9 (133).
3. Anders Jacobsen (No) 139,5 (132,5).
4. Gregor Schlierenzauer (Ö) 138,6 (132).

Ferner: 8. Simon Ammann (Sz) 131,7 (129).

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