Keine Weite, keine Breite So stehts um die Schweizer Skispringer vor der Vierschanzentournee

Heute startet mit der Quali in Oberstdorf die diesjährige Vierschanzentournee. Von den Schweizern ist leider nicht viel zu erwarten.

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Seit Jahrzehnten leiden die Schweizer an der Vierschanzentournee am gleichen Grundübel: Sie wollen zu viel. Statt das zu machen, was sie können: springen, ohne etwas zu erzwingen. 

Auch an dieser Tournee ist kein Exploit zu erwarten. Zu schwach die Leistungen bei der Generalprobe beim Heimweltcup in Engelberg, zu vielschichtig die strukturellen Probleme.

Seit Jahrzehnten gibt es keinen Druck aus unteren Kadern. Es sind keine Alternativen da, um die Springer auszuwechseln. Es fehlt die Breite. Obwohl sich seit Simis ersten zwei Olympia-Goldmedaillen (2002) enorm viel verändert hat. Man erinnere sich: Einsiedeln war damals das weltweit einzige Ausbildungszentrum für Skispringer ohne Schanze. Jetzt stehen Schanzen im Klosterdorf. Brandneue Bakken gar in Kandersteg und am Titlis.

Berni Schödler, Disziplinenchef bei Swiss-Ski, wartet seit zwei Jahrzehnten vergeblich auf neue «Klein Simis». Es war am traditionellen Weihnachtsspringen in St. Moritz, als 1997 der damals 16-jährige Simon Ammann erstmals brillierte.

Es bleibt nur eins: Hoffen auf den Zufall!

Möglich machte es – trotz des vielen Schnees – der geniale Schanzenbauer Odilo Del Curto, der Vater von HCD-­Trainer Arno. Odilo lebt nicht mehr, das Weihnachtsspringen gibt es nicht mehr. Die neue Skisprung-Schanze haben die St. Moritzer abgelehnt. Swiss-Ski hat rund 120 lizenzierte Skispringer. Von Simon Ammann über den Hobby-Gumper Bruno Reuteler (früher im Weltcup) bis zu den rund 80 JO-Hüpfern (11- bis 14-jährig). Acht davon sind in den Kadern von Swiss-Ski.

Berni Schödler kämpft seit Jahren für eine bessere Arbeit in den Skiklubs. Waren es früher an die zwanzig Vereine, so sind es heute noch acht. An Schanzen fehlt es nicht. «Aber was nützen die, wenn das Umfeld fehlt?», kritisiert Schödler. Was bleibt? Hoffen auf den Zufall, auf den neuen Simon Ammann.

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Die 65. Vierschanzentournee

Oberstdorf: (Schattenberg-Arena, Schanzenrekord Sigurd Pettersen/No mit 143,5 m). Donnerstag, 29. Dezember: Qualifikation (16.45 Uhr/ZDF). Freitag, 30. Dezember: 1. Tourneespringen (16.40 Uhr/SRF info)

Garmisch-Partenkirchen: (Olympiaschanze, Schanzenrekord Simon Ammann mit 143,5 m). Samstag, 31. Dezember: Qualifikation (14.00 Uhr/ARD). Sonntag, 1. Januar: 2. Tourneespringen (14.00 Uhr/ ARD)

Innsbruck: (Bergisel-Stadion, Schanzenrekord Michael Hayböck/Ö mit 138 m). Dienstag, 3. Januar: Qualifikation (14.00 Uhr/ARD). Mittwoch, 4. Januar: 3. Tourneespringen (14.00 Uhr/SRF 2)

Bischofshofen: (Paul-Ausserleitner-Schanze, Schanzenrekord Daiki Ito/Jap mit 143 m). Donnerstag, 5. Januar: Qualifikation (16.45 Uhr/ZDF) Freitag, 6. Januar: 4. Tourneespringen (16.45 Uhr/ZDF)

Publiziert am 29.12.2016 | Aktualisiert am 04.01.2017
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3 Kommentare
  • Ferenc  Kovacs aus Minusio
    29.12.2016
    Am besten baut man kleine Skischanzen (für Skispringen und/oder Big Air) in den Städten, auch wenn man nur 15 bis 20 Metern springt. Dann hat man auch viel mehr Kinder die springen. In den Bergen wird es bald sowieso immer weniger Schnee geben.
  • Hans  Keller aus St. Gallen
    29.12.2016
    Frei nach mir: "Was Hänschen nicht lehrt, lernt Simi auch nach 20 Jahren nicht."
    Aufhören.
  • Mario  Solario aus Lausanne
    29.12.2016
    Schade..Ammann hat seinen Abgang verpasst..verkommt nun nur noch
    zur Lachnummer mit seinen Sprünglis.