Der Olympiasieger und sein starkes Team Sie machen Mike zum Gold-Schmid

  • Aktualisiert am 02.01.2012
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Joëlle ist die Frau an seiner Seite. Vater Peter gibt ihm Arbeit im Baugeschäft. Trainer Ralph Pfäffli lässt auf nassen Teppichen trainieren. Das ist das Team von Skicross-Olympiasieger Mike Schmid.

Der Goldmedaillengewinner trägt die Ski selbst: «Chumm, gimmer das Züg», sagt Michael «Mike» Schmid (wird am Donnerstag 26). Er nimmt seinem Trainer, Ralph Pfäffli, die Ski ab und schreitet zur Gondelbahn. Mit seinem Sieg in Meiringen hat Schmid auch den Gesamtweltcup im Skicross gewonnen.

«Er ist Everybody’s Darling», sagt Pfäffli. Wen man auch fragt, die Leute erzählen nur Gutes über Mike (1,95 m, 100 kg – mit Skischuhen). Der Trainer lobt Mikes «unglaubliches Gefühl auf dem Ski», sein Talent und seine Fairness: «Wenn Mike eine Tor auslässt, meldet er es bei der Jury.»

Pfäffli hat grossen Anteil am Erfolg. In der ersten Skicross-Saison fuhr Mike hinterher. «Er war ein guter Skifahrer, es fehlte ihm aber die Erfahrung.»

Und den Skicrossern fehlte das Geld. Aber Trainer Pfäffli, von Beruf Autoingenieur, ist ein genialer Tüftler: Den Start liess er im Sommer auf alten Teppichen üben: «Man muss die nur schön nass machen, dann kann man richtig gut drauf fahren.»

Um rauszufinden, ob die kürzeste Linie in der Steilwandkurve tatsächlich die schnellste ist, klemmte er den Fahrern GPS-Geräte auf den Rücken und liess alle Daten zentimetergenau vom Computer auswerten.

Daheim ist man stolz auf den Sohn. Mama Heidi: «Er hat es verdient, er ist so ein Guter.»

Papa Peter Schmid, der in Frutigen ein Baugeschäft führt, gibt Mike im Sommer Arbeit als Strassenbauer. Vater Peter sagt: «Da muss er richtig anpacken.»

Er ist sich für nichts zu schade», sagen die Arbeitskollegen. Mit 15 gehörte Mike in allen Alpin-Disziplinen zu den Besten in der Schweiz. Doch bei den FIS-Rennen verliert er die Lust am Skisport. Schlechte Pisten, hohe Startnummern, enttäuschende Resultate: «Es machte keinen Spass mehr.»

Sein Bruder Peter überredet ihn zum ersten Skicross-Rennen. Jetzt ist Mike Olympiasieger und hat den Gesamtweltcup gewonnen.

«Die Familie ist für mich das Wichtigste», sagt Mike. Nach dem Olympiasieg gratuliert er als erstes seiner Schwester via TV-Kamera zum Geburtstag.

Mikes Freundin Joëlle reist zu allen Rennen. In Vancouver, als Mike Olympia-Gold holt, schreit sie am lautesten von allen 4000 Zuschauern. Die beiden sind seit sechs Jahren ein Paar.

Beim Empfang für ihn in Frutigen weiss Mike nicht so recht, wie ihm geschieht. Autogramme, Kameras, Mikrofone. «Er ist einer von uns», sagt der Gemeindepräsident.

Eine Strasse in Frutigen soll nach ihm benannt werden. Vielleicht baut er sie selbst. Es würde zu ihm passen.

Trainer Ralph Pfäffli: «Mike ist Everybody´s Darling!»- Markus Hubacher

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