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Vegard Ulvang (No/45), dreifacher Olympiasieger: «Auf einen Läufer wie Dario Cologna hat die Langlaufwelt lange warten müssen. Endlich haben wir wieder einen Athleten, der über die kurzen wie auch über die langen Distanzen Weltklasse ist. Er beherrscht die klassische wie die freie Technik.
Aber für mich ist er nicht nur deshalb der perfekte Botschafter für den Langlaufsport: Dank seinen sympathischen Aussagen neben der Loipe hat er auch bei uns in Norwegen eine enorme Popularität erlangt. Zudem kann es unserem Sport nur gut tun, dass nicht immer nur die Skandinavier, die Deutschen oder die Osteuropäer den Gesamtweltcup gewinnen.»
Andi Grünenfelder (48), Bronzemedaillengewinner bei den Olympischen Spielen 1988, Präsident von Colognas Stützpunkt im Oberengadin: «Dario ist das Beste, was dem Langlaufsport in der Schweiz passieren konnte: Dank ihm und seinen Bündner Kollegen Toni Livers und Curdin Perl haben unsere jungen Läufer die Gewissheit, dass mittlerweile auch in unseren Langlauf-Stützpunkten gut gearbeitet wird. Darios grosse Stärke ist, dass er keine Schwäche hat. Er ist mental, körperlich, technisch und taktisch absolut Top.»
Peter Schlickenrieder (De/39), Olympia-Zweiter 2002, heute Langlaufexperte bei der ARD: «Wenn man bedenkt, dass ein Ausdauersportler normalerweise 30 Jahre alt werden muss um in Höchstform zu kommen, gibt es nur einen Superlativ der dem 23-jährigen Gesamtweltcupsieger Cologna gerecht werden kann – sensationell!
Dabei war ich mir nach den Rennen in Trondheim zu 99 Prozent sicher, dass er den Gesamtweltcup nicht mehr gewinnen kann. Doch er hat sich noch einmal in beeindruckender Manier zurückgekämpft und damit einmal mehr bewiesen, dass er vor allem im Kopf brutal stark ist. Ich kann jetzt nur hoffen, dass ihm nicht dasselbe passiert wie unserer Evi Sachenbacher. Die hat in jungen Jahren ähnlich grosse Erfolge gefeiert. Weil sie dann aber phasenweise mehr Zeit in ihre Vermarktung als ins Training investierte, blieben auf der Rennstrecke die grossen Erfolge aus.»
Jochen Behle (De/48), Deutscher Bundestrainer: «Ich habe schon vor zwei Jahren gesagt, dass dieser Cologna die Schweizer Antwort auf unseren Axel Teichmann ist, welcher den Gesamtweltcup mit 24 Jahren gewinnen konnte. Ich bezeichne Sportler wie Dario als weisse Raben, weil sie absolute Ausnahmerscheinungen sind. Für mich steht fest: Wenn Cologna gesund bleibt, wird er in den nächsten zehn Jahren der Mann sein, den es zu schlagen gilt.»
Alfred Kälin (60), Olympia-Dritter 1972 in der Staffel: «Dario Cologna ist für den Langlauf dasselbe wie Roger Federer fürs Tennis – ein Ausnahmetalent wie es vielleicht alle 50 Jahre auf die Welt kommt. Dario beeindruckt mich vor allem durch seine Athletik. Wenn ich ihn mit einem Athleten aus meiner Generation vergleiche, kommt mir als erstes der Schwede Thomas Magnusson in den Sinn. Aber eines sollten wir in der Euphorie nicht vergessen: Es ist meines Erachtens nicht möglich, dass ein Ausdauerathlet über mehrere Jahre hinweg konstant sein kann. Eine Grippe genügt und schon geht vier Wochen lang wenig bis gar nichts.»