
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
Die Schweizer Langläufer reifen langsam zu einer Weltmacht heran! In La Clusaz (Fr) feierten Toni Livers, Dario Cologna, Remo Fischer und Curdin Perl den ersten Staffel-Triumph eines helvetischen Quartettes in der mittlerweile 30 Jahre alten Geschichte des Weltcups.
Ende November hatten die Schweizer das erste Podest einer Schweizer Staffel verpasst, nachdem Curdin Perl in der zweitletzten Kurve im Zweikampf mit Sjur Roethe gestürzt war. Diesmal lief das gleiche Quartett in Hochsavoien nicht nur erneut um das Podest. Es sicherte sich auf die bestmögliche Art und Weise einen sensationellen und überzeugenden Sieg.
Toni Livers kehrte mit den stärksten Gegnern zur ersten Ablösung zurück. Dario Cologna zog danach zusammen mit Alexander Legkow, der ihm am Samstag die Weltcup-Führung entrissen hatte, vorentscheidend weg. Remo Fischer hielt auf der ersten Skating-Strecke nicht nur Petr Sedow in Schach, sondern deponierte den Russen sogar in der letzten Steigung. Diese Steilvorlage nutzte Schlussläufer Curdin Perl zum grossen Triumph. Der Engadiner baute elf Sekunden Vorsprung beim Wechsel auf eine Reserve von einer halben Minute im Ziel aus. Maxim Wilegschanin, Sieger des 30-km-Rennens am Samstag, hatte die Strapazen offenbar noch nicht völlig verdaut. Perl hatte am Samstag im Massenstartrennen Platz 7 belegt und sich über das bestes Weltcupergebnis seiner Laufbahn gefreut.
Dieser historische Triumph der Schweizer Langläufer deutet auf das Potenzial der vier Athleten hin, das insbesondere für die am 30. Dezember in Oberhof (De) beginnende Tour de Ski, aber auch für die nordische Ski-WM von Ende Februar/Anfang März in Oslo viel erwarten lässt. Offenbar haben die Betreuer in der aktuellen Reihenfolge des Einsatzes der Athleten die richtige Mischung gefunden. In geänderter Reihenfolge hatte bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver nur der 10. Platz resultiert. An der WM 2009 in Liberec (Tsch) hatten die Schweizer den 7. Rang belegt.
Dass Toni Livers, Dario Cologna, Remo Fischer und Curdin Perl ihren Kopf nicht nur bei ihrem Sport und dem Material haben, bewiesen sie schon am Donnerstag während der Hinfahrt nach La Clusaz. Sie machten auf dem Bundesplatz in Bern Halt und versprachen, ein allfälliges Preisgeld der Aktion «Jeder Rappen zählt» zukommen zu lassen. Die Initianten dieses Solidaritätsanlasses können sich nun auf einen Brutto-Zustupf von 12 000 Franken seitens der Schweizer Langläufer freuen.
Aus Schweizer Sicht hatte der Staffel-Tag in La Clusaz eher unerfreulich begonnen. Angesichts von lediglich neun ersten Teams schien die Aufgabe für die Schweizerinnen nicht ganz unlösbar, sich mittels des minimal geforderten 8. Ranges in der Staffel die Selektion für die WM in Oslo zu schaffen. Doch der Versuch, im Quartett den Sprung an die wichtigsten Wettkämpfe des ganzen Winters zu schaffen, ging in die Hosen.
Die gesundheitlich angeschlagene Silvana Bucher trat zum vierten Abschnitt nicht an. Die Entlebucherin hatte am Samstag beim von Marit Björgen (No) gewonnenen 15-km-Rennen aufgegeben. Seraina Mischol, Ursina Badilatti und Seraina Boner blieben in der Staffel teilweise deutlich von den Bestzeiten der Gegnerinnen entfernt. Boner hatte am Samstag mit Platz 26 immerhin das beste Weltcupergebnis ihrer Karriere erzielt. (SI)