
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
Flop Nummer 1: Die Stimmung
In Downtown Vancouver steht eine echte Swiss-Made-Uhr. Sie zeigt die verbleibende Zeit bis zur Eröffnungsfeier der 21. Winterspiele an. Dort trifft man aber kaum Menschen, die diesem Datum entgegenfiebern. Bei den wenigsten der 612 000 Einwohner lodert das olympische Feuer im Herzen. «Die Milliarden Dollar, die wir in diese Spiele gepumpt haben, hätten wir für sehr viel wichtigere Dinge benötigt», poltert ein Politiker im Lokal-Fernsehen.
Das grösste Problem der Metropole an der kanadischen Westküste sind die unzähligen Obdachlosen – es gibt kaum ein Viertel, wo nicht sogenannte «Homeless» betteln. Hauptgrund für diese Flut von Obdachlosen ist das für kanadische Verhältnisse milde Klima: Weil hier, auf Meereshöhe an der Pazifikküste, das Thermometer selbst im tiefsten Winter nur selten in den Minus-Bereich fällt, sind die Strassen von Vancouver bei Obdachlosen aus dem ganzen Land beliebt.
Flop Nummer 2: Das Whistler-Athleten-Dorf
Weil die alpinen und nordischen Skisportler sowie die Bobfahrer ihre Wettkämpfe rund zwei Stunden ausserhalb von Vancouver bestreiten, residieren Simi Ammann, Dario Cologna, Didier Cuche und Ivo Rüegg nicht in Vancouver, sondern im Athleten-Dorf in Whistler Mountain. Ihnen wird es dort mächtig stinken. Denn nur 300 Meter von diesem Athleten-Dorf setzt eine Kläranlage äusserst unangenehme Duftmarken.
Unsere grössten Hoffnungen werden sich also im «verschissensten» Olympia-Quartier aller Zeiten auf ihre Medaillenjagd vorbereiten müssen. Immerhin sind sie dort in bester Gesellschaft, auch die Stars der anderen Nationen werden sich an diesem «geschmackvollen» Ort niederlassen.
Flop Nummer 3: Das Wetter
Vancouver zählt zu den attraktivsten Städten Nordamerikas, und in und rund um die City gibt es tatsächlich zahlreiche Schönheiten zu bewundern. Doch leider benötigt man dazu meistens einen Regenschirm – rund 200 Tage im Jahr sind hier Regentage. Darum wird Vancouver im Volksmund von vielen «Raincouver» genannt.
Die Bronzemedaille: Das Nightlife
Unweit vom fantastischen Athleten-Dorf in Vancouver, wo während der Spiele die Eissportler residieren, liegt die berüchtigte Granville Street. Auf dieser sündigen Meile tanzen ab 22 Uhr nicht nur die Puppen.
In der legendären Schluckstube «The Lennox Pub» mixt Barkeeperin Mallory die heftigsten Gin Tonics von ganz Kanada. Und das, zumindest für nordamerikanische Verhältnisse, erst noch ziemlich preiswert: Mallorys Zaubertrank gibts für umgerechnet acht Franken. Im Klartext heisst das: Ralph Krueger wird bei seinen letzten Olympischen Spielen als Schweizer Nationaltrainer noch einmal alle Hände voll zu tun haben, damit seine Jungs nicht einen Absturz wie 2002 in Salt Lake City erleben – Marcel Jenni und Reto von Arx lassen grüssen.
Die Silbermedaille: Zwei Ösi-Berner
Bei Olympischen Spielen betreiben die grossen Nationen ihre eigenen Gaststätte. Während sich Swiss Olympic im knallgelben «Bridge-Restaurant» am traumhaft schönen Ufer von Granville Island mit dem Swiss House einmietet, bauen die Österreicher in Whistler extra für die Spiele ein eigenes Haus. Doch in Wahrheit geben im neuen «Ösi-Haus» zwei waschechte Schweizer den Ton an: Maxi und Zook heissen die beiden Berner Sennenhunde, die den Eingang zum Austria-Haus bewachen. Die Prachtstiere gehören Matteo, dem kanadischen Bauherrn des Österreich-Hauses. «Meine Swiss Dogs gehören zu den grössten Attraktionen in Whistler», erzählt Herrchen mit Stolz.
Es ist aber sehr gut möglich, dass Matteo seine sonst so gemütlichen Berner schon bald als Geldeintreiber auf die feinen Herren von Österreichs Wirtschaftskammer hetzen wird: Obwohl die Wirtschaftskammer versprochen hat, dass sie sich am rund 1 Million Dollar teuren Bau beteiligen werde, soll sie bis heute noch kein Geld nach Kanada überwiesen haben. Maxi und Zook beginnen langsam, aber sicher mit den Zähnen zu fletschen.
Die Goldmedaille: Die olympischen Steaks
Punkto Phantasie und Ausgewogenheit verdient die kanadische Küche zwar nicht unbedingt Edelmetall, aber in der Produktion und Zubereitung von Fleisch sind die Kanadier absolute Weltklasse.
Ganz besonders die Steakbrater vom «The Keg» in der Thurlow Street. Die Kellnerinnen Mel und Sacha servieren hier Fleischspezialitäten, die derart zart sind, dass Kunden mit den dritten Zähnen ihr Gebiss beim Essen von diesen Köstlichkeiten rausnehmen können! Und mächtig gross sind die Fleisch- und Seefood-Delikatessen erst noch.
play
Das Logo der Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver.