Didier Cuche Knallhart wie Bruce Willis

  • Publiziert: 12.02.2010, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Marcel W. Perren

Didier Cuche ist im wahren Leben ein genauso zäher Einzelkämpfer wie ihn Kinoheld Bruce Willis in seiner Paraderolle «Stirb langsam» verkörpert.

Im Kampf gegen die Terroristen vergiesst Polizist John McClane alias Bruce Willis im Action-Streifen eine Menge Blut. Doch Didier Cuche (35) sah in seinem Leben noch mehr Blut fliessen, schliesslich erlernte er vor seiner Ski-Karriere den Metzger-Beruf.

Erfolgsrezept: Rinderviertel und Ehrgeiz

Beim Zerlegen von mächtigen Stieren eignete er sich die nötige Härte für den Spitzensport an. Cuche: «Wenn du es gewohnt bist, bei eisiger Kälte schwere Rinderviertel herumzuschleppen, kommt dir ein Leben als Spitzensportler nicht extrem hart vor.» Zumal er heute als Skirennfahrer wesentlich mehr Geld verdient als einst in der Metzgerei.

Dabei glaubten am Anfang nicht viele daran, dass der Glatzkopf einmal vom Skifahren leben kann. Das grosse Talent wurde ihm nämlich nicht in die Wiege gelegt. Ernst Habersatter, Servicemann von Aksel Lund Svindal, erinnert sich an einen von Didiers ersten Auftritten im Weltcup: «Es war in Bormio 1993, als der im Training schon nach der zweiten Kurve im Fangzaun lag. Er war damals skitechnisch komplett überfordert. Unglaublich, wie der sich mit seinem unbändigen Willen und harter Arbeit zu einem solch grossartigen Skifahrer entwickelt hat.»

Olympia-Gold als Krönung

Jetzt will der Schweizer Sportler des Jahres seiner Fleissarbeit mit Olympia-Gold die Krone aufsetzen. Mit zwei Trainingsbestzeiten bewies der Neuenburger, dass ihm die Dave-Murray-Piste wie auf den Leib geschneidert ist.

Trotzdem drückt er die Euphorie-Bremse: «Bei Olympia hat es schon viele Überraschungen gegeben, weil die Aussenseiter im Gegensatz zu den Topfavoriten nichts zu verlieren haben.» Gewinnen könnte Cuche auch als Schauspieler. Er glänzt nicht nur als Bruce-Willis-Double, Super-Didier hat auch grosses Talent als Komödiant:

«Mein Helm-Designer André Marty organisiert jedes Jahr Benefiz-Veranstaltungen für Waisenkinder. An einer solchen gab ich auch schon eine französische Comedy-Nummer zum Besten.»

Heute ist aber Schluss mit lustig, denn der «Didiator» muss sich im dramatischen Olympia-Thriller von Whistler bewähren. Wetten, dass er mit einem filmreifen Abfahrts-Auftritt für ein Happy End sorgt?

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