
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
Es sind fast die schwersten Medaillen der Geschichte, die den Helden der 21. Olympischen Winterspiele um den Hals gehängt werden. Und schön sind die «Plämpel» auch. Von Künstlern aus den kanadischen Ureinwohner-Stämmen designt, zeigen sie zusammengelegt das Bild eines Orcas und eines Raben.
Medaillen aus Altmetall
Der ideelle Wert dieser Medaillen ist für die Sportler mit Geld nicht bezahlbar. Materiell ist der Wert jeder Medaille indes bescheiden: Rund 230 Franken kostet jede Goldmedaille. Der Grossteil geht für die 6 Gramm reinen Golds drauf, mit dem der Metallkern überzogen ist. Das Medaillen-Innere selbst besteht aus Altmetall – recycletem Handy- und Computerschrott.
Der aktuelle Wert der Medaillen wird von den Sportlern erst nach den Spielen in Form von neuen Sponsor-Verträgen oder Leistungsprämien bestimmt. Und dabei ist Gold bei weitem nicht Gold. Maya Pedersen zum Beispiel konnte nach ihrer Skeleton-Triumphfahrt von 2006 in Turin ihren Olympia-Titel gerade mal so ummünzen, dass sich Aufwand und Ertrag zum Schluss der Saison deckten. Lindsey Vonn dagegen würde allein eine Gold-Abfahrt in zwei Wochen zur Millionärin machen.
Louis Zutter aus Neuenburg war der Olympia-Pionier
Bei den Spielen der Antike wurden die Sieger zwar bloss mit einem Oliven-Zweig bekränzt, aber siegreiche Griechen hatten schon damals für den Rest ihres Lebens ausgesorgt. Die Medaillen kamen mit den Spielen der Neuzeit. 1896 in Athen erhielt jeder Sieger eine Silbermedaille. Der Zweite bekam Bronze, der Dritte gar nichts. Gold, Silber und Bronze wurden erst 1908 in London eingeführt. Der erste Olympia-Sieger der Neuzeit hiess James Brendan Connolly. Der Amerikaner triumphierte 1896 in Athen im Dreisprung.
Auch die erste Schweizer Olympia-Medaille stammt von den Premieren-Spielen. Louis Zutter aus Neuenburg war damals als Privatmann nach Athen gereist. Dort holte der 30-jährige Kunstturner für seinen Sieg am Pauschenpferd Silber, im Pferdsprung und am Barren wurde er Zweiter und bekam dafür zwei Bronzemedaillen. Eine offizielle Schweizer Delegation gabs in Athen 1896 noch keine.