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Für eine Olympia-Medaille im 2er-Bob fehlte Ivo Rüegg am Samstag und gestern Sonntag die Power am Start. Ex-100-m-Sprinter Cédric Grand vermochte Ivo Rüeggs Schlitten auf den ersten Metern nicht genügend Schub zu geben, um in den Kampf um Olympia-Gold einzugreifen.
Rüegg gelingt es zwar, das Ami-Team von Steven Holcomb in den letzten beiden Läufen noch zu überholen, aber die vor ihm liegenden beiden deutschen Bobs und der Russe Zubkow bauen den Vorsprung aus. Eine andere Hoffnung, als ein Sturz aus diesem Trio blieb Rüegg für Bronze ohnehin nicht.
Doch der Tuggener zeigt sich als fairer Verlierer. Ivo Rüegg schiebt die Schuld nicht allein seinem Anschieber Cédric Grand zu. «Wir sind ein Team», sagt Rüegg enttäuscht. «Cédric hat am Start auf die Konkurrenz Hundertstel verloren, und ich als Pilot haben in der einen oder andern Kurve ebenfalls Hundertstel verschenkt.»
Für einen Podestplatz war Rüeggs Start-Handicap zu gross. Die nach dem ersten Tag erhoffte Steigerung traf auch nicht ein. Dreimal 4,86 für die ersten 50 m, im letzten Lauf 4,85 Sekunden – das ist nicht das Gelbe vom Ei.
«Ich habe einfach nie zur gewünschten Lockerheit gefunden», sagt Pilot Rüegg. «Ich habe wohl auch einfach zu viel gewollt.»
Jetzt hoffen Rüegg und die Bob-Schweiz auf das 4er-Rennen vom Freitag und Samstag. «Auf der Bahn fühle ich mich nämlich wohl», sagt Rüegg. Er wird auch mit dem grossen Schlitten als einziger Schweizer Pilot am Start sein.
Dann allerdings wird er mit zusätzlichen PS aus dem Weltcup-erprobten Hefti Team verstärkt. Beat Hefti selbst sollte seine Hirnerschütterung vom 2er-Trainings-Crash auskuriert haben. Und Thomas Lamparter ist heiss, nach dem aufgezwungenen 2er-Forfait doch noch zu einem Olympia-Einsatz zu kommen.
Das 4er-Rennen auf der Todesbahn. Viele befürchten, dass die Sturz-Orgie nach dem 2er noch heftiger wird. Die Organisatoren wiegeln jedoch ab. Schon gestern Nacht, als das 2er-Rennen fertig war, arbeiteten die Helfer fleissig daran, das Profil der gefährlichen Kurven-Eingänge zu entschärfen.
Die Piloten haben mittlerweile ohnehin gelernt, wie man mit den Tücken des olympischen Highspeed-Kanals umgehen muss. In den Läufen drei und vier des 2er-Rennens hats keinen einzigen Crash mehr gegeben. Die vielen Zuschauer an der Bahn waren fast etwas enttäuscht.
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Ivo Rüegg und Cédric Grand. (Keystone)