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In den USA läuft die Kür im Eiskunstlaufen zur Prime Time. Kein Wunder: Die Amis lieben diese Olympische Wintersportart. Auch Hollywood pusht die extrovertierten Athleten immer wieder mit Gaga-Filmen wie «Die Eisprinzen» mit Will Ferrell. Das Interesse wird sich nach dem völlig überraschenden Olympiasieg von Evan Lysacek (USA) noch steigern. Der 24-Jährige lässt dank einer fehlerlosen Kür sogar Eiskunstlauf-Gott Jewgeni Pluschenko (Rus) hinter sich – der nächste Hollywood-Streifen unumgänglich.
Eine tragische Nebenrolle nimmt hingegen unser Schweizer Fahnenträger Stéphane Lambiel ein, der nur Vierter wird. Dementsprechend enttäuscht äussert sich der 24-Jährige ein Tag nach dem Wettkampf: «Ich habe für eine Goldmedaille gearbeitet, aber ich spürte schon vor der Kür, dass es nicht reicht». Er habe zwar gekämpft, jedoch hatte er immer das Gefühl, dass er kein Fehler machen darf: «Das hat mich so gestresst, dass ich nicht frei auf dem Eis war.»
Frei blieben auch viele Plätze während Stéphane Lambiels «Traviata»-Programm. Das lag nicht am fehlenden Feuer des Wallisers, sondern daran, dass viele Sponsoren und V.I.P.s dem Sportevent fernblieben. Ein Ärgernis für alle echten Fans!
Die Ticket-Situation nimmt somit immer groteskere Formen an. Lange Warteschlangen für «normale» Fans beim Abholen bereits bezahlter Tickets (Blick.ch berichtete), bei den Snowboardern fallen die Stehplätze unter Wasser, die Ticket-Preise werden an die «falschen» Leute zurückbezahlt und anstatt die richtig guten Plätze freizugeben, bleiben diese wie bei der Eiskunstlauf-Kür immer mehr frei, da sich die «bessere Gesellschaft» lieber in der Lounge vergnügt.
Diese Problematik ist höchst unerfreulich für die Fans, doch noch schlimmer trifft sie wohl die letzte Aussage von Stéphane Lambiel im Blick.ch-Interview über seine sportliche Zukunft: «Für mich war die Goldmedaille an den Olympischen Spielen in Vancouver das Ziel. Sollte der Höhepunkt meiner Karriere werden, davon habe ich geträumt. Jetzt habe ich kein sportliches Ziel mehr!» Die WM-Teilnahme hat der Walliser bereits schon abgesagt.