Unsere Zukunft im Skicross Fanny Smith, die jugendliche Draufgängerin

  • Publiziert: 24.02.2010, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Martin Arn aus Cypress Mountain

Die 17-jährige Fanny Smith scheidet zwar im Skicross-Halbfinal aus. Doch unserem Schneefloh gehört trotzdem die Zukunft.

Im dichten Schneetreiben starten die Skicrosserinnen zu ihren Finalläufen. Das Schweizer Nesthäckchen Fanny Smith (17) erzielt in der Qualifikation die drittbeste Zeit. Im Ziel strahlt Fanny wie ein Maienkäfer. Auf die Wangen hat sie zwei Schweizer Kreuze gemalt.

Die 17-Jährige lässt sich durch die schlechte Sicht und den Neuschnee nicht aus dem Konzept bringen. Im Achtelfinal deklassiert sie ihre Gegnerinnen, hat schon nach der zweiten Kurve zehn Meter Vorsprung. Im Viertelfinal legt die junge Schweizerin ihre Meisterprüfung ab. Nach einem schlechten Start kämpft sie sich auf Platz zwei vor, qualifiziert sich für den Halbfinal.

Dort unterliegt sie der kanadischen Weltmeisterin und späteren Olympiasiegerin Ashleigh McIvor und der Norwegerin Hedda Berntsen.

Fanny Smith beendet den Wettkampf auf Rang 7. «Ich bin nicht enttäuscht», sagt sie zu Blick.ch. «Es war ein Super-Erlebnis und macht Lust auf mehr.»

Fanny Smith ist in Villars-sur-Ollon (VD) aufgewachsen. Der Vater ist Amerikaner, die Mutter Engländerin. Beide sind eingebürgert, leben seit vielen Jahren in der Schweiz. Als 13-Jährige gewinnt Fanny die Westschweizer Jugendmeisterschaft im Super-G. Schon damals trainiert sie aber lieber im Snowpark als zwischen den Toren.

Als sie 16 Jahre alt ist, wechselt Fanny Smith zum Skicross: «Das kommt meiner Fahrweise eher entgegen. Bei den Alpinen hast du nur in der Abfahrt einen Adrenanlinschub.» Sie liebe Sprünge, Steilwandkurven – den Kampf Frau gegen Frau. Fanny Smith ist eine Draufgängerin. Dabei ist sie mit ihren 1,65 Metern und 57 Kilogramm die schmächtigste im Feld.

Ihr starker Auftritt bei der Olympia-Premiere überrascht nicht: Vor fünf Wochen, beim Weltcuprennen in Lake Placid wird sie Zweite. Bei den X-Games in Aspen schafft sie es bis in den Finallauf der letzten Vier. In der nordamerikanischen Rennserie gewinnt sie Anfang Februar zwei Rennen.

Ihr Trainer, Guillaume Nantermod, ein ehemaliger Snowboardcross-Weltmeister (2001) hält viel von Fanny: «Sie ist technisch stark, hat ein gutes Renngefühl. Ihr fehlt einfach die Erfahrung.» Sie selber sagt: «Ich habe viel gerlernt bei Olympia

Die übrigen Schweizerinnen vermögen die Erwartungen nicht zu erfüllen: Katrin Müller und Franziska Steffen scheiden im Achtelfinal aus. Sanna Lüdi sitzt in der Quali in den Schnee und verpasst den Achtelfinal deutlich.

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