Simon Ammann holt Gold trotz Bindungs-Theater «Das hat mich nur stärker gemacht»

  • Publiziert: 21.02.2010, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Raphael Fiore aus Vancouver

Auch auf der Grossschanze holt Simon Ammann souverän den Sieg. Mit insgesamt vier Goldmedaillen ist er der grösste Springer aller Zeiten.

Das ist der pure Wahnsinn! Simon Ammann zermürbt seine Konkurrenz bereits beim Probesprung und lässt im Wettkampf mit 144 und 138 Metern nichts anbrennen. Der Toggenburger hat die zweite Goldmedaille im Sack und somit vier (!) Goldene auf seinem Konto – das ist einmalig, historisch!

Damit steigt Simon Ammann auch aufs Treppchen des erfolgreichsten Schweizer Athleten an Olympischen Winterspielen aller Zeiten, Vreni Schneider wird auf Platz 2 verdrängt. An der Pressekonferenz zeigt sich Gold-Simon hellauf begeistert und eröffnet mit folgenden Worten: «Es war bereits extrem voll geil, jetzt geht es noch mehr ab!» Für ihn ist es schwer zu realisieren, was er erreicht hat.

Doch unter diesen Umständen, war es «eigentlich nicht schwierig». Simon Ammann spricht dabei das Theater um die vermeintlich irreguläre Bindung an (Blick.ch berichtete): «Ich bin schon im Sommer erstmals damit gesprungen. Und auch unter Wettbewerbsbedingungen. Deshalb erstaunt es mich schon, dass es solange gedauert hat, bis es jemand gemerkt hat.»

Und der Protest der Spätzünder aus Österreich, die zumindest dank dem völlig missratenen zweiten Sprung des Finnen Matti Hautamäki (3. nach erstem Durchgang) durch Gregor Schlierenzauer Bronze erben, hat Simon Ammann nie persönlich genommen.

«Das Bindungs-Theater hat mich eher noch stärker gemacht. Es war ein doppelter Vorteil für mich. Man muss schon vorsichtig sein, wenn man behauptet, dass ein so kleines Detail, so viel ausmachen soll.»

Der Schlüssel zum Sieg lag laut Simon Ammann besonders daran, dass «ich völlig relaxt war. Ich habe den Sprung am Tisch dank meinem flachen Absprung extrem forciert, dass funktioniert nur, wenn das Selbstvertrauen da ist.»

Und davon hat Simon Ammann nach seiner zweiten Goldmedaille in Vancouver definitiv zu recht genug. Der emotionale Drive hat ihn nach 2002 wieder nach ganz vorne getragen, Simon ist der wahre Adler am Skispringen-Himmel.

play Rasender Reporter: Blick.ch-Sportredaktor Raphael Fiore vor Simis Goldsprüngen an der Sprungschanze. (Martin Arn)

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