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Das Drehbuch für diesen Viertelfinal war schon vor der Partie geschrieben. Ein Sturmlauf der Amerikaner mit saftigen Checks, druckvollen Angriffen, Chancen à discretion und Jonas Hiller in Topform. Genauso war es.
Die Schweiz überstand die erste Druckperiode der NHL-Profis dank Hiller unbeschadet. 18 Schüsse blockte der Held aus dem Appenzell allein im ersten Drittel ab – grossartig. Glück (und das Swiss-Timing von Omega) brauchte der Anaheim-Goalie kurz vor der zweiten Sirene, als er einen trudelnden Puck ins eigene Tor ablenkte: die Scheibe lag erst hinter der Linie, als die Zeit schon abgelaufen war.
Schweizer Angriffe? Kaum. Schussbilanz nach 40 Spielminuten: 32:8 zugunsten der US-Boys.
Nach dem 1:3 im ersten Spiel hatte Roman Wick, unser bester Stürmer in Vancouver, bemängelt, dass der Mut gefehlt habe. «Wir müssen frecher spielen, uns zeigen, die NHL-Spieler fordern bis zum Äussersten», sagte Wick damals. Und die Schweizer spielten gestern mutig. Sehr mutig.
Die Amerikaner bekamen nichts geschenkt, mussten sich jeden Meter Eis erkämpfen, obwohl wir ohne Pause in die Partie gingen. Die Yankees wurden mit jeder verpassten Chance ratloser: Wie schlägt man nur diesen Hiller? Die Antwort wusste Zach Parise zu Beginn des letzten Drittels: der Stürmer der New Jersey Devils fälschte einen Schuss des Strippenziehers Brian Rafalski vor dem Tor ab. 1:0 für die USA, gebucht im Powerplay.
Die Schweizer mussten nun den Schalter umlegen: Weg vom «Defense first»-Modus, rein in die Angriffe. Die beste Chance hatte Jeannin, der kurz nach der Führung aber nur den Innenpfosten traf. Viel mehr bot sich den Schweizer nicht, weil die Amerikaner auch nach der Führung konsequent nach vorne spielten.
Herrlich mutig war es, dass Ralph Krueger schon 103 Sekunden vor der Sirene Hiller vom Eis holte und früh volles Risiko ging. Es nützte gar nichts: den fast schon standardmässigen Treffer in den leeren Kasten buchte wieder Zach Parise.