WM: Unihockey-Nati verliert Spiel um Bronze Schweiz geht gegen Tschechien gleich mit 3:9 unter

Das Schweizer Unihockey-Nationalteam hat die angestrebte WM-Medaille verpasst.

  • Publiziert: 11.12.2010, Aktualisiert: 14.01.2012
play Adrian Zimmermann (Mitte) schaut dem Ball nach und trauert wohl auch der verpassten Medaille nach. (AP)

Einen Tag nach dem starken Auftritt im Halbfinal gegen Schweden (2:3) verloren die Schweizer in Helsinki das Spiel um Rang 3 gegen Tschechien deutlich mit 3:9.

Damit bleiben die Schweizer zum ersten Mal seit 2004 (4. an der Heim-WM in Kloten) und erst zum dritten Mal überhaupt ohne Edelmetall. Noch nie hatten die Schweizer davor ein Spiel um Rang 3 gegen die Tschechen verloren. Den Osteuropäern gelang damit auch die Revanche für die letzte WM, als die Schweizer in Prag das Bronze-Spiel in der Verlängerung für sich entschieden.

Die Schweizer kamen nicht mehr an die Leistung vom Vortag gegen Schweden heran. Weniger als 28 Stunden nach dem Halbfinal wirkten sie müde und ausgelaugt. Mit Ausnahme einer Phase im Mitteldrittel, als sie durch Simon Stucki und Matthias Hofbauer zwischenzeitlich 2:1 in Führung gingen, bekamen die Schweizer die kampfstarken Tschechen nicht in den Griff. Im letzten Abschnitt versuchten die Schweizer noch einmal alles und nahmen bereits in der 48. Minute den Torhüter hinaus. Die Wende gelang nicht mehr. Im Gegenteil: Am Schluss kassierten die Schweizer gar eine Kanterniederlage.

Zum Matchwinner für Tschechien avancierte Tomas Chrapek, der in der SML für Grünenmatt spielt. Der Stürmer erzielte drei Treffer, unter anderen auch die wegweisenden zum 3:2 (34.) und 4:2 (40.). Nicht nur wegen Chrapek dürfte die Freude in Grünenmatt gross sein: Mit Trainer Tomas Trnavsky sowie den Stürmern Daniel Sebek und Radek Sikora spielen weitere Mitglieder des tschechischen Teams im Emmentaler Klub.

Mark Wolf in «Hall of Fame»

Der 101-fache Schweizer Internationale Mark Wolf ist als einer von fünf Spielern in die «Hall of Fame» des Unihockeys, die an der WM in Finnland ins Leben gerufen wurde, gewählt worden. Der ehemalige Torhüter gewann mit der Schweiz vier WM-Medaillen (Silber 1998 sowie Bronze 2000, 2002 und 2006). Derzeit arbeitet Wolf im Schweizer Verband als Chef der Nationalteams. (Si)

Tschechien - Schweiz 9:3 (0:0, 4:2, 5:1)

Hartwall Arena, Helsinki. -- 10 875 Zuschauer. -- SR Skoog/Pettersson (Sd). -- Tore: 22. Fridrich (Fojta) 1:0. 25. Stucki (Antener) 1:1. 28. Matthias Hofbauer (Christoph Hofbauer) 2:1. 30. Garcar (Zalesny/Ausschluss Brunner) 2:2. 34. Chrapek (Tomasik) 3:2. 40. (39:16) Chrapek 4:2 (Penalty). 41. (40:58) Richter (Fridrich) 5:2. 46. Chrapek (Ostransky) 6:2. 52. Matthias Hofbauer (Christoph Hofbauer) 6:3. 55. Tomasik (Brus) 7:3. 58. (57:18) Richter 8:3 (ins leere Tor). 59. (58:27) Sladky 9:3 (ins leere Tor). -- Strafen: je 1mal 2 Minuten.

Tschechien: Rytych; Slany, Chrapek; Garcar, Jakubek; Jelinek, Brus; Ostransky, Jendrisak, Zalesny; Fojta, Fridrich, Richter; Tomasik, Sladky, Skalik.

Schweiz: Philipp Gerber; Markus Gerber, Bichsel; Schmocker, Kuchen; Dysli, Schneeberger; Schneider; Christoph Hofbauer, Matthias Hofbauer, Krähenbühl; Wanner, Stucki, Antener; Zimmermann, Brunner, Binggeli; Zürcher, Mühlethaler.

Bemerkungen: Tschechien ohne Sikora (verletzt), Schweiz ohne Hitz (Ersatztorhüter). Pfostenschuss Zalesny (40.). Schweiz ab 48. phasenweise ohne Torhüter. Christoph Hofbauer mit Schulterverletzung ausgeschieden (53.). Timeout Schweiz (56.).

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