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Zehn Minuten früher als ausgemacht erscheint unsere erfolgreichste Kunstturnerin aller Zeiten zum Interview-Termin vor der Jubiläumshalle in Magglingen. Die Luzernerin strahlt bei frühlingshaften Temperaturen mit der Sonne um die Wette. Richtig gut sieht sie aus, unser Goldschatz, mit neuer Frisur, Perlohrringen und dem neckischen pastellfarbigen Trainingsanzug.
Die Sprungspezialistin redet unverblümt über private Dinge, sportliche Ziele und wie sich ihr Leben nach den zwei EM-Medaillen (Gold im Sprung, Bronze im Mehrkampf) verändert hat. Das Wellness-Weekend auf der Lenzerheide habe die Sportlerin des Jahres 2008 «in vollen Zügen genossen», den Kraftraum «für ein Wochenende ignoriert». Ganz anders war das in Weissrussland. Nicht nur musste Ariella auf löchrigen Matratzen schlafen, diese waren auch von Ungeziefern bevölkert!
Stark bevölkert sind auch die Gästebücher von Ariella Kaeslin auf Facebook und ihrer Webseite. Die Gratulationen und Glückwünsche haben in einem derartigen Mass zugenommen, dass die Luzernerin sicht nicht mehr persönlich bei jedem bedanken kann.
Sportlich schwebt Ariella nach Sprung-Goldmedaille und Mehrkampf-Bronze an den Europameisterschaften noch auf Wolke sieben. Auf die Frage, welche Medaille ihr mehr bedeute, meint die 21-Jährige: «Die Gold-Medaille war mein lang ersehnter Traum. Wenn ich zurückdenke, kommt mir diese Medaille in den Sinn – Gold ist Gold. Aber die Mehrkampf-Medaille bedeutet noch mehr, denn ein Gewinn heisst, dass man eine vollkommene Turnerin ist!» Wie wahr!
Typisch Ariella – sie ruht sich nicht auf den Lorbeeren des Erfolgs aus, im Gegenteil, die Sportlerin des Jahres 2008 steckt sich bereits neue Ziele: «Auch an der WM in London will ich eine Medaille holen.» Wenn auch die Konkurrenz ungleich stärker ausfällt, «werde ich das packen!» Ihr Motto: «Schaffe, schaffe, schaffe!»
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Europameisterin Ariella Kaeslin macht regelmässig Chats auf Blick.ch.