WIEN – Das hässliche Doping-Theater um Biathleten und Langläufer zeigt Wirkung: Österreich will eine eigenes Doping-Gesetz.Innenministerin Liese Prokop erklärte im ORF-Fernsehen, bis zum Jahresende ein eigenes Anti-Dopinggesetz verabschieden zu wollen.
Dem
Parlament liege bereits ein entsprechender Antrag vor, sagte Prokop. Die ehemalige Leichtathletin (u.a. Europameisterin im Fünfkampf 1969) sprach sich dafür aus, betroffenen Sportlern im einschlägigen Gesetz ein Anhörungs- und ein Berufungsrecht einzuräumen. Doping wie in Italien strafrechtlich zu verfolgen lehnt sie allerdings ab.
Auch der Schweizer
Nationalrat will Dopingbetrüger gemäss Beschluss von Ende November nicht strafrechtlich verfolgen. Er lehnte eine Ständeratsmotion, die eine Strafnorm verlangt hatte, stillschweigend ab.
Die Schweiz stehe weltweit an der Spitze der Dopingbekämpfung, und zusätzliche Repressionen brächten nichts, lautete die Begründung. Bei der Dopingbekämpfung sollten nicht die Aktiven, sondern deren Umfeld im Vordergrund stehen.
Das Dreisäulenprinzip von Swiss Olympic mit
Information/Prävention,
Forschung und Kontrollen/Sanktion habe sich bewährt.