Öster-Raich mal drei

  • Aktualisiert am 02.01.2012

SESTRIERE – Die Österreicher fuhren die Konkurrenz im Olympia-Slalom in Grund und Boden. Allen voran Benjamin Raich, der sich nach seinem Riesenslalom-Triumph die zweite Goldmedaille krallte.

Raich startete als Letzter zum entscheidenden zweiten Lauf – und hielt dem enormen Druck souverän stand. Ohne einen Wackler schlängelte sich der Pitztaler durch den Stangenwald und wurde im Ziel von seinen Landsleuten Reinfried Herbst (Silber) und Rainer Schönfelder (Bronze) überschwänglich empfangen.

Ausgerechnet zum Saisonhöhepunkt waren die Austria-Cracks wieder da. Im laufenden Weltcup hatten sie keinen einzigen Slalomsieg geholt – und nun gleich den ganzen Medaillensatz.

Raichs Überlegenheit lässt sich am besten in Zahlen dokumentieren. 83 Hundertstel lag er im Ziel vor dem zweitklassierten Herbst. Bedeutend knapper ging es zwischen den Rängen 3 und 4 zu und her. Glückspilz Schönfelder war gerade einmal 3 Hundertstel schneller als die beiden Pechvögel Andre Myhrer (Sd) und Kentaro Minagawa (Jap).

Der Gewinn der Silbermedaille wird Reinfried Herbst wie ein Märchen vorkommen. Nachdem ihn der ÖSV am Ende des letzten Winters aus seinen Kadern gekippt hatte, bereitete sich der Salzburger auf eigene Faust und eigene Kosten auf die Saison vor. Unterstützt wurde er dabei unter anderem vom früheren Schweizer Cheftrainer Dieter Bartsch, der ihm in seiner Race Academy im Pitztal Gastrecht gewährte.

Die Schweizer verspielten ihre Chancen auf eine Spitzenklassierung bereits im ersten Lauf. Marc Berthod verbesserte sich mit einer starken zweiten Fahrt immerhin noch auf den 14. Platz und beendete das Rennen damit einen Rang vor seinem Teamkollegen Silvan Zurbriggen.

«Es ist schön, Olympia mit einem solchen Lauf zu beenden», meinte Berthod. «Ich habe viel riskiert, und es ist aufgegangen», so der Youngster, dessen Laufzeit nur von Raich um eine Hundetstelsekunde unterboten wurde.

Nicht nur die Schweizer gehörten zu den Geschlagenen. Auch einige Favoriten strauchelten. Besonders hart erwischte es Saison-Dominator Giorgio Rocca, der im ersten Lauf ausschied, und Kalle Palander, der wegen eines Einfädlers Silber verlor und aus Frust im Zielraum einen Stock zerschmetterte. Bode Miller schloss die für ihn verpatzten Spiele mit einem weiteren Nuller ab – Out im ersten Durchgang.

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