Kippt Mayer-Prozess wegen Verfahrensfehler?

  • Aktualisiert am 02.01.2012

KLAGENFURT – Die Turiner Staatsanwaltschaft hat dem Skandal-Trainer Walter Mayer die Ergebnisse der Untersuchung zugestellt. Vergassen aber, diese aus dem Italienischen zu übersetzen. Der Prozess könnte deshalb kippen.

Der frühere ÖSV-Trainer Walter Mayer hat Post von der Staatsanwaltschaft Turin erhalten. Inhalt: Die Ergebnisse der bisheriger Ermittlungen.

Peinlich dabei: Die Behörden haben vergessen, Mayer die Unterlagen in einer beglaubigten Übersetzung zukommen zu lassen, wozu sie laut Gesetz verpflichtet gewesen wären. Vermutlich vergass man dies aus Zeitnot.

Der Ex-Trainer hat drei Tage Zeit, die Annahme der Unterlagen zu bestätigen. Wegen der fehlenden Übersetzung hat Mayer, derzeit in einer psychiatrischen Klinik, aber das Recht, die Schriftstücke zurückweisen. Heute (Montag) Nachmittag läuft die entsprechende Frist ab.

Verweigert der Angeschuldigte nun die Annahme der Dokumente, käme das juristisch einer Nichtzustellung gleich, womit das Verfahren vollends kippen könnte – Mayer käme ohne Prozess davon.

WADA von Mayers Anwalt verklagt

Walter Mayers Anwalt Herwig Hasslacher bei der Staatsanwaltschaft Klagenfurt eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung gegen die Anti-Doping-Weltagentur (WADA) eingereicht. Mitarbeiter der WADA hatten am 29. Januar vor Beginn der Olympischen Spielen Mayers Pension «Erzherzog Johann» in der Ramsau durchsucht.

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